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Wirtschaft

Deutsche Unternehmen optimistisch

Mehr Jobs, mehr Exporte, mehr Investitionen: die deutschen Unternehmen sind so zuversichtlich wie seit über zwei Jahren nicht mehr, hat der DIHK in seiner Herbstumfrage herausgefunden.

Die deutschen Unternehmen erwarten im nächsten Jahr ein kräftiges Wachstum und wollen deshalb mehr investieren als bisher. Die Zuversicht bei den Unternehmen sei so groß wie lange nicht mehr, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, nach einer Umfrage unter den 28 000 Mitgliedsunternehmen. Für dieses Jahr rechnet der Verband mit 0,3 Prozent Wachstum. Im nächsten Jahr sollte sich die Erholung dann rasant auf 1,7 Prozent beschleunigen.

Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), stellt am 12.02.2013 in Berlin bei einem Pressegespräch die Ergebnisse der Konjunkturumfrage 2013 vor. Foto: Paul Zinken/dpa

"Die Politik hat es in der Hand": Martin Wansleben

"Wenn die Risiken nicht so hoch wären, gerade in der Wirtschaftspolitik und gerade bei den unsicheren Energiepreisen, hätte ich mir vorstellen können, dass wir für das nächste Jahr zwei Prozent Wachstum prognostiziert hätten", sagte Wansleben am Montag (21.10.2013) in Berlin. "Das heißt also: die Politik hat schon einiges in der Hand." Als größtes Konjunkturrisiko gilt unverändert die Energiewende. Die Kosten der Ökostromförderung stiegen im nächsten Jahr auf 24 Milliarden Euro - das ist ein Prozent der Wirtschaftsleistung. Als Sofortmaßnahme sollte die neue Regierung die Stromsteuer senken, forderte der DIHK.

Absage an den Mindestlohn

Auch der Einführung eines flächendeckenden Mindestlohnes erteilt der DIHK eine Absage. Wenn er jedoch nicht mehr zu verhindern sei, sollte er zumindest so schonend eingeführt werden, dass dadurch keine Arbeitsplätze vernichtet werden. "Wenn der Mindestlohn von heute auf morgen eingeführt wird, sind sicherlich eine Million Arbeitsplätze in Gefahr", sagte Wansleben. "Gerechtigkeit wird nicht erzeugt, wenn man schlecht ausgebildeten Menschen sagt, wenn ihr eine Stelle hättet, dann wäre die gerecht bezahlt."

Der DIHK rechnet im kommenden Jahr trotzdem mit 250.000 neuen Jobs. 16 Prozent der Unternehmen wollen einstellen, nur zwölf Prozent Stellen abbauen. Die Arbeitslosigkeit dürfte um etwa 50.000 auf 2,9 Millionen sinken. "Getrübt werden die guten Aussichten bei der Beschäftigung durch den sich zuspitzenden Fachkräftemangel", erklärte der DIHK. "Dieses Geschäftsrisiko nennen so viele Unternehmen wie bislang in keiner vorherigen Umfrage." Mehr als jeder dritte Betrieb sehe sich bereits in den kommenden Monaten beeinträchtigt. Insbesondere in den Bereichen Forschung und Entwicklung und in der IT würden Fachkräfte händeringend gesucht.

Steigende Investitionsneigung

Die Unternehmen wollen wieder spürbar mehr investieren, und zwar branchenübergreifend: 83 Prozent der Firmen wollen mehr oder zumindest gleichviel wie bisher investieren. "Nun hellen sich die Absatzaussichten für In- und Ausland weiter auf, das führt im Herbst auch wieder zu einem Anstieg der Investitionsneigung." Das Geld soll vor allem in die Erweiterung der Kapazitäten und in Produktinnovationen fließen. "Die unverändert günstigen Finanzierungsbedingungen bieten einen guten Rahmen für eine anziehende Investitionstätigkeit", schrieb der DIHK.

Beim Auslandsgeschäft fassen die Unternehmen neuen Mut: Die Exporterwartungen liegen so hoch wie seit gut zwei Jahren nicht mehr und liegen nun auch wieder im langjährigen Durchschnitt. "Mit dem Ausklingen der Rezession in der Eurozone kommen die Ausfuhren in den Heimatmarkt Europa allmählich in Schwung", hieß es. In den Schwellenländern nehme das Wachstum dagegen erst langsam wieder Fahrt auf. Der DIHK erwartet im kommenden Jahr ein Exportwachstum von vier Prozent - nach lediglich 1,0 Prozent 2013.

Auch Bundesbank optimistisch

Auch die Deutsche Bundesbank erwartet, dass die Konjunktur in Deutschland dank steigender Nachfrage und guter Stimmung in der Industrie in den kommenden Monaten an Fahrt aufnehmen wird. Zwar habe die deutsche Wirtschaft zu Beginn des Sommers den Schwung aus dem Frühjahr nicht gehalten, schreibt die Deutsche Bundesbank in ihrem am Montag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht. Für das Winterhalbjahr deutet sich nach der Prognose aber eine Erholung an. "Hierfür sprechen auch die nach wie vor sehr günstigen Rahmenbedingungen für den privaten Konsum." So sei die Kaufkraft der privaten Haushalte tendenziell weiter gestiegen.

Zuversichtlich ist die Notenbank besonders für die kommenden Monate. So erhielt die Industrie im Juli und August im Mittel mehr Aufträge als im Durchschnitt des zweiten Quartals. Die Verbraucher sind weiter in Konsumlaune. Die Neigung zu Anschaffungen sei ausgesprochen hoch, erklärte die Notenbank.

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