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Top-Thema – Podcast

Deutsche Unternehmen kehren heim

Der Stofftier-Hersteller Steiff holt seine Produktion aus China zurück und ist damit kein Einzelfall. Ist der Standort Deutschland doch wieder beliebter als das boomende Asien?

Das Gesicht eines Mannes zwischen vielen bunten Teddybären

Zurück zu Hause! Friedhelm Steiff und seine Stoffbären

Es ist immer wieder Thema in den deutschen Medien: Mehr und mehr Unternehmen wandern ins Ausland ab. Hierfür werden vor allem die hohen Lohnkosten und Steuern in Deutschland verantwortlich gemacht. Experten glauben, dass China der große Zukunftsmarkt ist.

Kürzlich aber hat der traditionsreiche Stofftier-Hersteller Steiff mitgeteilt, dass er nicht mehr in China produzieren wird – und Steiff ist kein Einzelfall. Nach einer Studie des Vereins deutscher Ingenieure (VdI) kommt fast jeder fünfte Betrieb, der seine Herstellung ins Ausland verlegt hat, nach einigen Jahren wieder zurück. "Diese Zahlen zeigen uns, dass 'Made in Germany' weiterhin ein Zeichen für Qualität ist", sagt VdI-Präsident Bruno O. Braun.

Die Firma Steiff nennt vor allem Qualitätsmängel und lange Transportwege als Gründe für ihre Rückkehr. Der Geschäftsführer Martin Frechen beklagt außerdem, dass viele chinesische Mitarbeiter sofort den Job wechseln, wenn sie woanders 20 Dollar mehr im Jahr verdienen können. Allerdings braucht Steiff bis zu zwölf Monate, um einen Mitarbeiter einzuarbeiten.

Auch die hohen Energiepreise könnten zu einem Problem für die Unternehmen werden. Bisher lassen Hersteller die Einzelteile vieler Produkte meist einfach da produzieren, wo es am billigsten ist. Danach erst bringen Schiffe, Flugzeuge oder LKWs alles dorthin, wo es zusammengebaut wird. Wenn aber der Ölpreis weiter steigt, könnten die Transportkosten zu teuer werden und ebenfalls dafür sorgen, dass Firmen nach Deutschland zurückkehren.

Glossar

Unternehmen, das – die Firma

heimkehren – nach Hause kommen; zurückkehren

Stofftier, das – ein Spielzeug aus Stoff in Form eines Tieres, z.B. ein Teddybär

Standort, der – hier: der Ort, an dem eine Firma etwas produziert

boomen – hier: großes wirtschaftliches Wachstum erleben

Medien, die (Pl.) – die Presse; Fernsehen, Radio, Zeitung, Internet

abwandern – hier: den Ort wechseln; weggehen

Lohnkosten, die (Pl.) – das Geld, das ein Unternehmen für seine Mitarbeiter ausgibt

Experte/in, der/die – jemand, der über ein Thema sehr viel weiß

Zukunftsmarkt, der – der wirtschaftliche Markt, der in Zukunft boomen wird

traditionsreich – mit langer Tradition

Studie, die – die Untersuchung, die Recherche

etwas verlegen – hier: etwas an einem anderen Ort machen

Qualitätsmängel, die – schlechte Qualität; Fehler

Geschäftsführer, der – der Chef einer Firma

etwas beklagen – etwas nicht gut finden

woanders – an einem anderen Ort; hier: in einem anderen Unternehmen

jemanden einarbeiten – jemandem erklären und zeigen, wie er eine Arbeit machen muss

Energiepreis, der – hier: der Ölpreis (meist im Pl. "die Energiepreise")


Fragen zum Text

1. "Die Firma Steiff ist kein Einzelfall" bedeutet hier, dass …

a) auch andere Unternehmen nach Deutschland zurückkehren.

b) auch andere Unternehmen Stofftiere herstellen.

c) auch andere Unternehmen boomen.

2. Wie lautet die korrekte Satzstellung?

a) Der Hersteller teilt seinen Rückzug mit.

b) Der Hersteller mitteilt seinen Rückzug.

c) Der Hersteller seinen Rückzug teilt mit.

3. Wie viele Betriebe kehren nach Deutschland zurück?

a) jeder fünfte

b) fast jeder fünfte

c) alle fünf

4. Welche Aussage ist logisch? "Viele Mitarbeiter wechseln den Job, …

a) während sie woanders mehr Geld verdienen."

b) obwohl sie woanders mehr Geld verdienen."

c) weil sie woanders mehr Geld verdienen."

5. Durch den steigenden Ölpreis …

a) wird der Transport langsamer.

b) wird der Transport teurer.

c) wird der Transport komplizierter.

Arbeitsauftrag

Stellen Sie sich vor, Sie selbst sind der/die Geschäftsführer/in eines großen deutschen Unternehmens, das seinen Standort zurück nach Deutschland verlegt. Verfassen Sie nun ein Zeitungsinterview, d.h. schreiben Sie zehn Fragen und Ihre Antworten dazu auf. Bilden Sie anschließend Paare und spielen Sie die Dialoge mit verteilten Rollen nach.

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