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Wirtschaft

Deutsche Unternehmen engagieren sich

Der Internationale Währungsfonds verlangt größere Anstrengungen zur Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt. Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, wie weit das bereits geschieht.

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Engagement: Viele Unternehmen helfen Flüchtlingen

"Unternehmen kommt eine Schlüsselrolle zu, wenn es darum geht, Flüchtlingen eine Perspektive zu geben. Betriebe packen mit an, wenn akut Hilfe gebraucht wird und ermöglichen durch Arbeit und Ausbildung die langfristige Integration." Mit diesen Worten stellte Birgit Riess, Direktorin des Programms Unternehmen in der Gesellschaft in der Bertelsmann Stiftung, eine aktuelle Studie der Stiftung zur Integration von Flüchtlingen vor, die heute veröffentlicht worden ist.

Drei von vier Unternehmen in Deutschland übernähmen demnach gesellschaftliche Verantwortung in der Flüchtlingshilfe. Neben der Soforthilfe durch Spenden, schafften sie vor allem mit Maßnahmen zur Integration in den Arbeitsmarkt Perspektiven für Flüchtlinge. Jeder zweite Betrieb biete Ausbildungsmöglichkeiten für junge und ungelernte Migranten sowie reguläre Arbeitsplätze an. Jeder dritte hilft bei der Eingliederung in die Arbeitswelt durch berufsbegleitende Fort- und Weiterbildungen sowie Berufsinformationen.

Mehr interkulturelle Kompetenz

Die Unternehmen, die Flüchtlinge bei der Arbeitsmarktintegration unterstützen, stellen der Studie zufolge mehrheitlich (62 Prozent) zusätzliche Praktikumsplätze zur Verfügung.

Etliche Betriebe sähen in der Zuwanderung von Flüchtlingen mittelfristig Chancen für den deutschen Arbeitsmarkt. Gut zwei Fünftel erwarteten positive direkte Effekte. Sie glauben, dass es leichter werde, besonders motivierte und lernbereite Mitarbeiter zu finden, wenn Flüchtlinge dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stünden.

Zudem hoffe die Hälfte der Unternehmen auf einen Zuwachs an interkultureller Kompetenz der Mitarbeiter, da sich in kulturell gemischten Teams das Potenzial und die Kreativität der Mitglieder besser entfalten könne.

Anschub für den privaten Konsum

In einem am Montag in Washington veröffentlichten Bericht hat der Internationale Währungsfonds (IWF) von Deutschland weitere Anstrengungen gefordert. In ihrem Bericht loben die Experten des Währungsfonds zwar die bisher in Deutschland getroffenen oder auf den Weg gebrachten Maßnahmen, die Flüchtlingen den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern sollen. Jedoch seien weitere Schritte notwendig.

Die Washingtoner Experten plädieren unter anderem für mehr Flexibilität in der Berufsausbildung, die leichtere Anerkennung von nicht über die üblichen Ausbildungswege erworbenen Qualifikationen sowie Lohnzuschüsse vom Staat für Flüchtlinge. Auch müsse bei der Erhöhung des Mindestlohns im kommenden Jahr darauf geachtet werden, dass die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt nicht erschwert werde.  

Die IWF-Experten sehen in der Integration von Flüchtlingen, ebenso wie in der Förderung der Vollzeitbeschäftigung von Frauen sowie der Ausweitung der Lebensarbeitszeit grundlegende Maßnahmen, um einem ab dem Jahr 2020 drohenden Rückgang des Arbeitskräftepotenzials in Deutschland zu begegnen. Diese Maßnahmen würden zudem "kurzfristig den privaten Konsum und Investitionen ankurbeln", heißt es in dem Bericht.

dk/ (afp/Bertelsmann-Stiftung)

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