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Wirtschaft

Deutsche Unternehmen bei WM erfolgreich

Zwar steht der Sieger der FIFA-Fußball-WM in Südafrika noch aus - einige deutsche Unternehmer können sich aber schon jetzt zu den Gewinnern zählen, so der Lichttechnik-Anbieter Osram und der Fahrzeugbauer MAN.

Löwe in Afrika vor einem Bus von MAN, Foto: MAN

Busse in Südafrika stehen vor besonderen Herausforderungen

Ob es am 13. Juni beim ersten Spiel der deutschen Mannschaft wieder Tore zu bejubeln gibt, muss sich erst noch herausstellen. Ganz unabhängig vom Spielergebnis freut sich bereits jetzt, Florian Hockel, Ingenieur bei Osram. Denn er ist maßgeblich daran beteiligt, dass Schweinsteiger und Kollegen in Durban ins rechte Licht gerückt werden.

Damit auch Fußballfans außerhalb des Stadions was von den Spielen haben, müssen für Fernseh- und Videoaufzeichnungen eine hohe Lichtqualität und eine große Lichtmenge in den Stadien herrschen. "Man braucht auf dem Rasen, eine so große Lichtstärke, wie man sie normalerweise im Büro am Arbeitsplatz findet."

Beleuchtetes Stadion in Durban, Südafrika. Foto: Osram

Ca. 15.000 LED sind im Bogen vom Durban Stadion in Südafrika eingebaut

Die Schwierigkeit liegt vor allem darin, dass die Lichtquellen große Entfernungen überbrücken müssen. Denn die Flutlichtanlagen hängen hoch über den Tribünen und müssen ihre Lichtmengen aus dieser großen Höhe auf den Rasen bringen.

LED auf dem Vormarsch

Die Beleuchtung der Arena in Durban ist etwas ganz Besonderes: Denn über das Spielfeld spannt sich ein 350 Meter langer Bogen, der mit 15.000 Leuchtdioden bestückt ist. Das ist bislang weltweit einzigartig. Langfristig wird die LED-Technik aber auch in anderen Stadien laut Florian Hockel immer gebräuchlicher werden. Denn die Leuchtdioden sind sparsam und robust. "Die Lebensdauer ist in jedem Fall höher als bei vielen konventionellen Leuchtmitteln." Gerade in Durban ist das vor Vorteil, denn die Leuchten, die dort eingebaut sind, hängen in hunderten von Metern Höhe. Das macht es kompliziert und aufwendig, sie auszutauschen oder zu warten.

Deutsche Busse in Südafrika

Bevor die Fans die gut ausgeleuchteten Spiele bejubeln können, müssen sie allerdings erst in die Stadien kommen. Dafür sorgt beispielsweise MAN. Der Münchner Bushersteller hat der staatlichen Verkehrsgesellschaft pünktlich zur Weltmeisterschaft 110 Überlandbusse geliefert. Mit 310 PS werden die Fußballfans jetzt über die südafrikanischen Straßen kutschiert. Da es nicht überall gut ausgebaute Verkehrswege gibt, stellen die Straßen für einen Busbauer in vielen Teilen des Landes eine große Herausforderung dar.

Lions Explorer Busse von MAN. Foto: MAN Nutzfahrzeuge Group

Langlebigkeit wichtiger als Komfort

Robust und langlebig müssen die Massenverkehrsmittel in Südafrika sein. So hat MAN die Busse für Südafrika auf einem LKW-Fahrgestell gebaut, dadurch sitzt der Motor vorne im Fahrzeug und der Bus hat einen massiven, stabilen Rahmen, auf den der Aufbau draufgesetzt wird. Nachteil dieses Konzepts ist, dass der Boden deutlich höher ist. Dadurch müssen die Passagiere höher in den Bus steigen und bei manchen Wagen ist auch der Eingangsbereich enger. Komfort ist also eher zweitrangig.

Spezialanfertigung als Wettbewerbsvorteil

MAN sei in Südafrika mit seinen Fahrzeugen inzwischen schon seit 41 Jahren vertreten, sagt MAN Manager Franz von Redwitz. "Wir haben dort einen stabilen Marktanteil von 30 bis 40 Prozent und sind damit seit vielen Jahren Marktführer, eben genau mit diesem robusten Frontmotorkonzept." Man habe sich bei MAN immer wieder die Frage gestellt, ob sich das ändere. "Aber aufgrund schlechter Erfahrungen mit der Haltbarkeit, gerade auch im ländlichen Raum, ist dieses Konzept genau das Richtige und wird auch noch viele Jahre die bewährte Technologie in Südafrika und überhaupt im südlichen Afrika bleiben," meint Redwitz.

Löwen vor Bus. Foto: MAN Nutzfahrzeuge Group Lion Park

In Südafrika sind vor allem robuste Busse gefragt

Ausschlaggebend für den dauerhaften Erfolg in einem Land wie Südafrika sind aber nicht nur solide Produkte. Laut Günther Wahl, einem Ingenieur bei MAN, ist ganz entscheidend, dass die Kunden bei der Entwicklung neuer Busse miteinbezogen werden. "Das schöne in Südafrika ist, das man nur wenige Großkunden hat, die dann fünfhundert, tausend oder mehr Busse haben. Mit denen waren wir drei bis vier Mal im Busch über ein Wochenende und haben diskutiert, was für Produkte sie wollen." Dabei seien dann die unterschiedlichsten Wünsche zusammengekommen – von der kugelsicheren Fahrerkabine in Kapstadt bis zum auswaschbaren Bus in Port Elizabeth. "Die Busse sind speziell für Südafrika entwickelt worden und ich glaube, dass das ein wesentlicher Baustein des Erfolgs ist."

Nach der Weltmeisterschaft werden die MAN-Busse dann beispielsweise in Johannesburg und Umgebung eingesetzt. Bleiben sie von schwereren Unfällen verschont, werden sie dann voraussichtlich noch mehrere hunderttausend Kilometer auf den südafrikanischen Straßen unterwegs sein.

Autor: Ernst Weber

Redaktion: Insa Wrede