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Fußball

Deutsche U21 bei EM ausgeschieden

Gegen Top-Favorit Spanien zeigt der selbsterklärte Titelanwärter Deutschland eine schwache Leistung und verliert verdient. Das Turnier in Israel ist damit für die Deutschen bereits nach zwei Spielen beendet.

Für die deutsche U21-Nationalmannschaft ist der Traum vom EM-Titel in Israel bereits nach dem zweiten Gruppenspiel geplatzt. Gegen Titelverteidiger Spanien unterlag die Mannschaft von Trainer Rainer Adrion knapp aber verdient mit 0:1 (0:0) und hat damit keine Chance mehr, noch das Halbfinale zu erreichen. Die Spanier waren der deutschen Mannschaft in allen Belangen überlegen und hätten die Partie deutlich höher gewinnen können.

Spanien diktiert das Spiel

Otto Rehhagel, Wolfgang Niersbach und Günter Netzer auf der Tribüne (Foto: Roland Weihrauch/dpa)

Hoher Besuch auf der Tribüne: Otto Rehhagel, Wolfgang Niersbach und Günter Netzer (v.l.n.r.)

Vor 7000 Zuschauern in Netanya, darunter die eigens angereiste DFB-Delegation mit Präsident Wolfgang Niersbach, Günter Netzer und Otto Rehhagel, begann die DFB-Elf anders als bei der Auftaktniederlage gegen die Niederlande (2:3) selbstbewusst und engagiert. DFB-Trainer Adrion hatte seine Startelf auf zwei Positionen verändert: Christian Clemens vom 1. FC Köln und der Hoffenheimer Kevin Volland spielten von Beginn an. Nur Zuschauer waren der Berliner Pierre-Michel Lasogga und der verletzte Gladbacher Peniel Mlapa.

Angeführt von Kapitän Lewis Holtby störte Deutschland früh und hielt dem spanischen Pressing stand. Doch spätestens am Strafraum fehlt es an Ideen. Auch Topfavorit Spanien strahlte zunächst keine echte Torgefahr aus. Das änderte sich ab der 23. Minute: Der Freiburger Oliver Sorg verlor den Ball leichtsinnig an Thiago Alcantara, der sofort abzog und den Ball an den rechten Pfosten knallte. Die Szene wirkte wie ein Weckruf für die Spanier, die fortan das Geschehen auf dem Platz bestimmten. Schon in der 27. Minute hatte die deutsche Mannschaft erneut Glück, als Isco Torhüter Bernd Leno bereits umkurvt hatte, aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz traf. Mit Glück hielt die deutsche Elf zur Pause das 0:0.

Spielszene Deutschland gegen Spanien bei der U21-Fußballeuropameisterschaft (Foto: Roland Weihrauch/dpa)

Kein Durchkommen: Deutschland hat kaum den Ball, lief den Spaniern fast nur hinterher

Rüdiger mit dem entscheidenden Fehler

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild nicht. Die Deutschen schafften es nicht, die Spanier vom Ball zu trennen. Spanien ließ das runde Leder in bewährter Manier in den eigenen Reihen zirkulieren und spielte sich immer wieder Chancen heraus. Trainer Rainer Adrion reagierte auf die sichtbare Unterlegenheit und versuchte seinem Team durch Einwechslungen neuen Schwung zu geben.

Zunächst brachte er Lasogga für Patrick Herrmann (64. Minute) und Emre Can für Sebastian Rode (70.). Doch schließlich wechselte er sprichwörtlich nicht den Sieg, sondern mit dem Stuttgarter Verteidiger Antonio Rüdiger die Niederlage ein (82.). Vier Minuten nach Betreten des Platzes machte Rüdiger im Zweikampf gegen Alvaro Morata auf der rechten Abwehrseite so ziemlich alles falsch und ließ den Spanier an der Grundlinie in den Strafraum ziehen. Aus spitzem Winkel überwand Morata Leno und traf zum entscheidenden 1:0 (86.).

Niederlande und Spanien weiter

"Die Enttäuschung ist nicht in Worte zu fassen", sagte Deutschlands Kapitän Holtby, nachdem das Vorrunden-Aus feststand. "Spanien war klar besser und hat verdient gewonnen. Dabei muss man es belassen." Kleinlaute Töne des Mittelfeldspielers von Tottenham Hotspur, der vor dem Turnier noch getönt hatte, man wolle zeigen, "dass die deutsche U21 wieder da ist". Jetzt ist sie schon nach zwei Spielen weg, im abschließenden Gruppenspiel gegen Russland (12.06.2013), das ebenfalls null Punkte hat, geht es um nichts mehr.

Für das EM-Halbfinale kann dagegen neben Spanien auch der zweimalige Titelträger Niederlande planen. Drei Tage nach dem 3:2-Auftaktsieg gegen Deutschland bezwang das Oranje-Team Außenseiter Russland deutlich mit 5:1 (1:0). Georginio Wijnaldum (38.), Leroy Fer (90.), Luuk de Jong von Borussia Mönchengladbach (61.), Ola John (69.) und Danny Hoesen (83.) trafen in Jerusalem für die Niederlande. Denis Tscheryschew (66.) gelang das zwischenzeitliche 1:2 der Russen, die nach einer Roten Karte gegen Nikita Tschitscherin ab der 50. Minute nur noch mit zehn Mann auf dem Platz standen.