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Sport

Deutsche Springreiter gewinnen Nationenpreis

Die favorisierten USA scheitern früh, auch Großbritannien und die Niederlande patzen. Die deutschen Springreiter zeigen in Aachen eine starke Vorstellung. Ein CHIO-Neuling behält vor 40.000 Zuschauern die Nerven.

Maurice Tebbel ließ die Zügel los und riss beide Arme in die Höhe. Nach seiner zweiten fehlerfreien Runde mit Chacco's Son feierte der Debütant im deutschen Springreiter-Team beim CHIO. Mit dem 23-Jährigen aus Emsbüren im Quartett gelang den Gastgebern wie im Vorjahr der Sieg beim Heimspiel in Aachen. "Das ist einfach ein wahnsinniger Moment", kommentierte der junge Mann seine Gala-Vorstellung.

"Vor so vielen Leute in diesem riesigen Stadion hier, und dann zweimal null, damit hätte ich vorher nicht gerechnet", schwärmte der junge Reiter: "Das ist Wahnsinn." Den Sieg perfekt machte Philipp Weishaupt als letzter deutscher Starter. Auf Platz zwei kamen die Teams der USA und der Schweiz. Schon bei seinem ersten Ritt im deutschen CHIO-Team behielt Tebbel junior die Nerven und zeigte eine sehr starke Leistung mit Chacco's Son. Nach der fehlerfreien Auftaktrunde ritt der 23 Jahre alte Neuling aus Emsbüren aber auch im zweiten Umlauf mit dem Hengst vor 40 000 Zuschauern souverän über die Hindernisse.

Nervöser als der junge Reiter selber war der Vater. "Da geht einem die Pumpe", gab Rene Tebbel zu. "Jünger wird man dabei nicht", stöhnte der 48 Jahre alte Vater, dreifacher deutscher Meister und inzwischen für die Ukraine am Start. "Wenn ich selber reite bin ich nicht so aufgeregt."  "Der ist arsch-cool geritten", lobte Marcus Ehning. "Er hat das super gemacht." Ehning selber zeigte zweimal einen vielversprechenden Auftakt. Der 43-Jährige aus Borken war mit Pret A Tout erster Reiter des Gastgeber-Teams, begann mit einer fehlerfreien Runde, und auch im zweiten Umlauf blieb der dreimalige Weltcupsieger ohne Strafpunkt. "Ich bin super-happy", kommentierte Ehning: "Als erster Reiter ist man immer ein bisschen im Ungewissen."

Deutschland CHIO Aachen (imago/C. v.d. Laage)

Tebbel, Kutscher, Weisshaupt und Ehring auf der Ehrenrunde in Aachen

Besonderer Druck lastete auf Philipp Weishaupt: Nachdem Marco Kutscher kein fehlerfreier Ritt gelungen war, musste Weishaupt besser durchkommen um alle Siegchancen zu erhalten. Das gelang: an seinem Geburtstag startete der 32-Jährige aus Riesenbeck mit Convall fehlerfrei. Im zweiten Umlauf ritt der Sieger des letztjährigen Großen Preises von Aachen mit dem zehnjährigen Hengst erneut fehlerfrei und machte den Sieg perfekt.

Neben diesem überzeugenden Trio war Kutscher der einzige deutsche Reiter, der nicht fehlerfrei blieb. Der 42-Jährige aus Bad Essen kassierte mit Clenur dem elfjährigen Wallach im ersten Umlauf zwölf Strafpunkte, nachdem sein elfjähriger Wallach am Wassergraben verweigert hatte. "Er ist schon mehrfach Wasser gesprungen, das war nie das Problem", kommentierte Kutscher: "Aber er hat zugemacht." Erst im zweiten Anlauf sprang Clenur über das Wasser: "Wenn man dem etwas Positives abgewinnen will, dann war es, dass es noch geklappt hat." Kutschers Fehlerpunkte waren das Streichergebnis der deutschen Equipe, die somit makellos und souverän gewann.