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Top-Thema – Podcast

Deutsche Sprache – schwere Sprache

Die oder der Butter? Die Probleme mit der deutschen Sprache fangen schon auf dem Frühstückstisch an. Doch es gibt kompetente Hilfe: Die TU Chemnitz bietet einen kostengünstigen Service im Sprachdschungel an.

Ein Wörterbuch

Wie schreibt man das? Der Duden weiß es.

Donnerstagnachmittag, kurz nach 14 Uhr: In einem Gebäude der Technischen Universität Chemnitz sitzt Ruth Geier am Telefon und spricht mit einem älteren Herren. Dieser will wissen, ob er seinen Nachnamen nach der Rechtschreibreform mit ß schreiben muss. Frau Geier kann ihn beruhigen – Kessler wird weiterhin mit Doppel-s geschrieben. Daran ändert auch die Reform nichts.

Rechtschreibung, Grammatik, Eigennamen – mit Sprache kennt sich Ruth Geier aus. Seit dem Jahr 2000 bietet die Germanistin ihre Sprachberatung zum Ortstarif an – jeden Donnerstag, von 14 bis 16.30 Uhr. "Bei mir melden sich hauptsächlich Menschen, die auch beruflich mit der deutschen Sprache zu tun haben", sagt Geier, "also Sekretärinnen, Journalisten, Werbetexter."

Manche Fragen kommen immer wieder: zum Beispiel, ob es "im Herbst dieses" oder "diesen Jahres" heißt. Richtig ist "im Herbst dieses Jahres". Unsicher sind viele auch bei der Datumsangabe: am Freitag, "dem" oder "den" 3. März? Im Duden steht, dass beide Formen möglich sind. Aber auch die Kommasetzung ist ein Dauerthema.

Die meisten Anfragen kommen heute per E-Mail und werden von einem Team aus Studenten bearbeitet. Haupthilfsmittel der Sprachprofis sind zum Beispiel Wörterbücher oder Lexika – aber auch bestimmte Internetseiten. Die Arbeit in Chemnitz wird wohl nie ausgehen, denn die deutsche Sprache hat nun mal ihre Tücken. Aber mit Hilfe der Sprachprofis ist am Ende immer alles in Butter.

Glossar

kompetent – so, dass man etwas besonders gut kann

Dschungel, der – ein großer Wald

Rechtschreibreform, die – die Reform, bei der 1996 die Regeln der deutschen → Rechtschreibung überarbeitet wurden

Rechtschreibung, die – die Regeln, die festlegen, wie man richtig schreibt

Germanist/in, der/die – jemand, der deutsche Literatur und/oder Sprache (Germanistik) studiert hat

Ortstarif, der – der Tarif, der berechnet wird, wenn man innerhalb einer Stadt telefoniert

mit etwas zu tun haben – sich mit etwas beschäftigen

Werbetexter/in, der/die – eine Person, die Texte für Werbung und Marketing schreibt

Duden, der – der Dudenverlag ist ein Verlag, der Bücher zur deutschen Sprache herausgibt; "der Duden" meint meist die Ausgabe "Die deutsche Rechtschreibung"

Kommasetzung, die – die Regeln, die festlegen, wo man in Sätzen Kommas benutzt

Dauerthema, das – das Thema, über das immer wieder gesprochen wird

Profi, der – hier: jemand, der etwas Bestimmtes sehr gut macht

Lexikon, das – das Wörterbuch, in dem man Bedeutungen von Wörtern finden kann

ausgehen – hier: ein Ende haben

Tücke, die – die Falle; das schwierige Problem

alles ist in Butter – alles ist in Ordnung


Fragen zum Text

1. Was macht Ruth Geier an der TU Chemnitz einmal in der Woche?

a) Sie befragt am Telefon Menschen zur deutschen Sprache.

b) Sie berät Leute, wenn sie Fragen zur deutschen Sprache haben.

c) Sie hilft den Studenten an der Uni, wenn sie Probleme mit der Rechtschreibung haben.

2. Seit der Rechtschreibreform in Deutschland …

a) müssen viele Menschen ihre Namen anders schreiben.

b) gibt es kein ß mehr.

c) gibt es einige neue Regeln zur Rechtschreibung.

3. Meist melden sich bei Frau Geier Menschen, die …

a) beruflich nichts mit der deutschen Sprache zu tun haben.

b) sich mit der deutschen Sprache sehr gut auskennen.

c) in ihrem Beruf mit Sprache zu tun haben.

4. Welche Hilfsmittel nutzen Frau Geier und ihr Team, um die Anfragen zu beantworten?

a) sie schlagen alles im Duden nach

b) sie nutzen meist das Internet

c) es werden unterschiedliche Hilfsmittel genutzt

5. Ergänzen Sie den Satz: "Die meisten Anfragen an die Sprachberatung …"

a) kommen per E-Mail.

b) sind E-Mail.

c) schicken E-Mails.

Arbeitsauftrag

Die deutsche Sprache hat ihre Tücken, das ist klar! In welchem Bereich haben Sie die meisten Probleme, eher in der Rechtschreibung oder in der Grammatik? Wo machen Sie am meisten Fehler und was würden Sie besser können?

Gut zu wissen: Es heißt natürlich richtig "die Butter", aber in manchen süddeutschen Dialekten sagt man auch "der Butter".

Autor/in: Sven Näbrich/Shirin Kasraeian

Redaktion: Anne Gassen

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