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Sport

Deutsche Sportler am Ziel ihrer Träume

Ein Tennis-Star, ein Turn-Olympiasieger und das goldene Beachvolleyball-Duo von Rio de Janeiro sind die "Sportler des Jahres" 2016. Bei der Gala in Baden-Baden geht es emotional zu.

Fabian Hambüchen (l.) und Angelique Kerber bei der Wahl zum Sportler des Jahres in Baden-Baden (Foto: picture-alliance/GES/M. Ibo)

Fabian Hambüchen und Angelique Kerber bei der Wahl zum "Sportler des Jahres " 2016 in Baden-Baden

Im Glitzerkleid strahlte Tennis-Queen Angelique Kerber über das ganze Gesicht. Turn-Held Fabian Hambüchen bekam von Freundin Marcia einen dicken Kuss, die Beachvolleyballerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst klatschten sich lässig ab:  Kerber, Hambüchen  und   das Duo Ludwig/Walkenhorst sind die "Sportler des Jahres" 2016. Dies ergab die Abstimmung unter mehr als 3000 Sportjournalisten. Die rund 750 Gäste im Kurhaus von Baden-Baden spendeten den Siegern am Sonntagabend bei der 70. Auflage der Gala begeisterten Applaus.

Die Weltranglisten-Erste Kerber tritt nach einer Saison der Superlative die Nachfolge von Kugelstoßerin Christina Schwanitz an und wurde als erste Tennisspielerin seit Steffi Graf 1999 zur "Sportlerin des Jahres" gekürt. Hambüchen, der auf Triathlet Jan Frodeno folgt, durfte sich zum Ende seiner internationalen Karriere zum zweiten Mal nach 2007 über die Auszeichnung freuen. In den Beach-Girls Ludwig und Walkenhorst erhielten erstmals Volleyballerinnen die Auszeichnung als "Mannschaft des Jahres". Im vergangenen Jahr hatten die Nordischen Kombinierer gewonnen.

Angelique Kerber mit dem Siegerpokal der US Open 2016 (Foto: Getty Images/AFP/T. A. Clary)

Angelique Kerber zeigt stolz den Siegerpokal der US Open

17 Jahre nach Steffi Graf

Kerbers märchenhafte Saison hatte schon im Januar sensationell begonnen. Mit ihrem Triumph bei den Australian Open in Melbourne schaffte die 28-Jährige die größte deutsche Tennis-Sensation seit Boris Beckers Wimbledonsieg 1985. Kerber machte dann einfach weiter. Sie gewann auch die US Open in New York und stand zuvor in Wimbledon und bei Olympia sowie später bei den WTA-Finals jeweils im Endspiel. Vor knapp einer Woche wurde die Weltranglistenerste vom Weltverband ITF auch offiziell als beste Tennisspielerin 2016 ausgezeichnet. Als "Sportlerin des Jahres" tritt Kerber nun in Grafs Fußstapfen. Die Brühlerin hatte sogar fünfmal die Ehrung erhalten. Kerber verwies mit riesigem Vorsprung (4664 Punkte) Biathletin Laura Dahlmeier (1940) und Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel (1845) auf die Plätze.

Hambüchens zweite Ehrung

Zweifel an der Kür von Hambüchen zum "Sportler des Jahres" gab es ebenfalls nicht. Der 29-Jährige (3695 Punkte) setzte sich vor Ironman-Weltmeister Frodeno (2410) und dem erstmaligen Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg (1487) durch. Hambüchens Auszeichnung in Baden-Baden ist der festliche Schlussakt eines herausragenden Jahres. Seine internationale Karriere hatte er mit der goldenen Reck-Übung im Olympia-Finale von Rio beendet. In der Bundesliga will der an der Schulter lädierte Athlet von Saison zu Saison schauen. "Ich probiere, das so lange weiter zu machen, so lange es geht", sagte Hambüchen.

Nun endlich Beachvolleyball

Deutschlands Beachvolleyballerinnen Laura Ludwig (l.) und Kira Walkenhorst (r.) in Baden-Baden bei der Wahl zum Sportler des Jahres (Foto: picture-alliance/GES/M. Ibo)

Das Duo Ludwig/Walkenhorst mal nicht auf Sand

Eine Schulteroperation hat Beach-Girl Ludwig gerade erst hinter sich gebracht. Mit ihrer Partnerin Walkenhorst wurde die Hamburgerin nun für ein unvergleichliches Jahr samt Olympiasieg am Zuckerhut gewürdigt. Den Beach-Boys Julius Brink und Jonas Reckermann war nach ihrem Triumph in London 2012 die Ehrung als "Mannschaft des Jahres" noch knapp versagt geblieben. Erstmals wurden nun Volleyballerinnen in der Kategorie ausgezeichnet. Gegen Ludwig/Walkenhorst (3898 Punkte) hatten am Ende selbst die Handballmänner (3123) und Fußballfrauen (2272) keine Chance.

Kießler ist "Trainer des Jahres"

Die Auszeichnung zum "Trainer des Jahres" 2016 wurde Kanu-Bundestrainer Reiner Kießler zuteil. Unter dem 65-Jährigen wurden alleine bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro sieben Medaillen gewonnen, darunter vier goldene. "Reiner Kießler ist seit mehr als 40 Jahren ein Trainer aus Leidenschaft, der nicht nur unerreichte Erfolge verbuchen kann, sondern im gesamten Sport, aber ganz speziell bei den Athletinnen und Athleten eine große Wertschätzung genießt", sagte DOSB-Vizepräsident Leistungssport Ole Bischof. Die Auszeichnung zum "Trainer Jahres" wird seit 2006 vergeben. Damit will der Deutsche Olympische Sportbund die Wertschätzung von Trainerinnen und Trainern in der Öffentlichkeit steigern. 2015 war der Bundestrainer der deutschen Paralympics-Alpinen, Justus Wolf, ausgezeichnet worden.

ck/ww (dpa, sid)

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