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Sport

Deutsche Sporthilfe auf neuen Wegen

Seit einem Jahr ist Werner E. Klatten Vorstandschef der Deutschen Sporthilfe. Neben strukturellen Änderungen möchte der Unternehmer in Zukunft auch die Einnahmen der Stiftung durch eine große Spendenkampagne erhöhen.

Sporhilfe-Chef Werner E. Klatten (AP Photo/Ferdinand Ostrop)

Sporhilfe-Chef Werner E. Klatten

Seit ihrer Gründung im Jahr 1967 hat die Stiftung Deutsche Sporthilfe bis heute über 40.000 deutsche Sportlerinnen und Sportler mit rund 350 Millionen Euro unterstützt. Aktuell fördert sie 3800 Sportler und 600 Internatsschüler in über 50 Sportarten mit jährlich insgesamt zehn bis zwölf Millionen Euro. Das Geld kommt in erster Linie von Sponsoren und aus eigenen Einnahmen.

Der Vorstandsvorsitzende Werner E. Klatten will nun eine dritte Erlössäule dazu gewinnen: die breite Bevölkerung. Mit einer großen Werbekampagne sollen möglichst viele Unterstützer geworben werden, die die Sporthilfe mit Beträgen von monatlich rund drei bis fünf Euro unterstützen. Die Stiftung möchte sich so auch unabhängiger von Sponsorenzuwendungen machen. Auch wenn die Auswirkungen der Wirtschaftskrise die finanzielle Situation der Sporthilfe bisher nicht verschlechtert haben, könnten z.B. in Not geratene Unternehmen, die bisher als Großförderer auftraten, für Probleme auf der Einnahmenseite sorgen. So etwas würde durch eine große Anzahl von Kleinspendern abgefedert werden.

Mehr Geld für mehr Top-Sport

Franziska van Almsick

Früher hat sie von der Sporthilfe profitiert, jetzt treibt sie Geld für sie ein - Franziska van Almsick

Vor allem aber soll einfach mehr Geld in die Kasse kommen, denn im internationalen Vergleich steht Deutschland im Bereich der Förderung von Spitzensport nicht unbedingt gut da, betont Klatten: "Wir haben insbesondere mit den angelsächsischen und den asiatischen Ländern große Konkurrenten, die viel mehr Geld als wir in die Förderung stecken. Deswegen müssen wir auch mehr herein holen und auch effizienter arbeiten."

Um der internationalen Konkurrenz besser entgegentreten zu können, wurde auch eine höhere Förderung von Spitzensportlern auf den Weg gebracht, das "Elite-Plus-Programm". Ab dem ersten Januar 2011 können Athleten mit guten Medaillenchancen ab 18 Monaten vor Olympischen Spielen eine Zusatzförderung in Höhe von 1500 Euro monatlich bekommen. Je nachdem wie hoch ihre Grundförderung ist, kommen sie dann auf eine Summe von um die 2000 Euro.

"Heute liegt der Schnitt bei zwei hundert bis vierhundert Euro. Davon können sie als Athleten nicht leben," weiß Klatten. "Mit einer Förderung von 2000 Euro im Monat kann sich ein Athlet ausschließlich auf Sport konzentrieren und das ist notwendig, um dann wirklich auch die Erfolge zu haben, die wir uns wünschen." Denn seit den Olympischen Spielen in Barcelona 1992 sind die deutschen Medaillenerfolge bei den Sommerwettbewerben immer weniger geworden. Diese Tendenz soll aufgehalten werden.

Neue Satzung, neues Logo, neuer Internetauftritt

Das neue Logo der Stiftung Deutsche Sporthilfe

Das neue Logo der Stiftung Deutsche Sporthilfe

Auch intern hat Klatten in seinem ersten Jahr an der Spitze der Sporthilfe einige Veränderungen angestoßen. So soll noch Ende diesen Jahres die Satzung geändert werden. Es wird zudem einen hauptamtlichen Vorstand geben. Generell werden Haupt- und Ehrenamt bei der Sporthilfe in Zukunft besser getrennt. Nach dem Motto "Digitalisierung ist Modernisierung" wird es außerdem ab Anfang Dezember 2009 einen neuen Internetauftitt mit einem verbesserten internen Bereich für die Athleten geben. Auch das Logo der Sporthilfe wird sich ändern. So nimmt die Stiftung Abschied von den olympischen Ringen und wird in Zukunft allein die Förderpyramide als Wahrzeichen haben.

Autor: Felix Hoffmann
Redaktion: Wolfgang van Kann

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