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Deutsche Wohltäter

Deutsche spenden weniger - Not- und Katastrophenhilfe betroffen

Das Spendenaufkommen in der Bundesrepublik ging 2016 um knapp fünf Prozent zurück. Aber die rund 5,3 Milliarden Euro sind immer noch viel, so die aktuelle "Bilanz des Helfens".

Der Geldbeutel saß bei den Bundesbürgern im vergangenen Jahr nicht ganz so locker wie bisher. 2016 sei das Spendenaufkommen im Vergleich zum Vorjahr leicht um 4,9 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro gesunken, berichtete jetzt der Deutsche Spendenrat. Aber immerhin sei es trotzdem noch das zweitbeste Ergebnis der letzten zehn Jahre gewesen, hieß es versöhnlich unter Berufung auf die Studie "Bilanz des Helfens" des Marktforschungsinstituts GfK. Und im Weihnachtsmonat Dezember verbuchte man sogar einen Rekordwert.

Rund 22,1 Millionen Menschen spendeten laut dieser Untersuchung im Jahr 2016 Geld an gemeinnützige Organisationen oder Kirchen. Dies sind demnach 600.000 Menschen weniger als im Jahr 2015. Der durchschnittliche Spendenbetrag sank von 37 auf 35 Euro.

Deutschland - Verein Sammelt spenden für Flüchtlinge im Irak (H. Wnasih)

Spenden und ehrenamtliche Hilfe dringend benötigt: Hier ein Hilfsprojekt für irakische Flüchtlinge

Mehr Geld für Flüchtlinge und Umweltschutz 

Die Verluste im Spendenaufkommen belasten vor allem die Not- und Katastrophenhilfe: Hier sanken die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 296 Millionen Euro auf 619 Millionen Euro. Die Höhe der Spenden für die Bereiche Umwelt- und Naturschutz sowie Kultur und Denkmalpflege stieg hingegen um fünf Millionen Euro.

Auch das Engagement für Flüchtlinge verzeichnete einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr: Mit 31,9 Millionen Menschen engagierten sich fast genauso viele mit Geld-, Sach- oder Zeitspenden für Flüchtlinge wie 2015 (jeweils rund 47 Prozent). 

Geste der Mitmenschlichkeit 

Im Dezember, in dem traditionell besonders viel gespendet wird, registrierte die GfK-Studie im vergangenen Jahr ein Rekordniveau von 1,2 Milliarden Euro an Spenden. Dies war ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Für diesen deutlichen Anstieg sorgten vor allem die über 70-Jährigen, die sich besonders wohltätig zeigten. Dies zeige, "dass sich die Menschen nicht nur mehr Zusammenhalt und Mitmenschlichkeit wünschen, sondern eben auch etwas dafür tun", meinte Spendenrat-Geschäftsführerin Daniela Felser.

SC/jj (afp, epd)