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Fußball

Deutsche siegen gegen harmlose Iren

Am Ende stand ein deutliches 6:1, doch der Weg dorthin war einigermaßen mühselig. Nach 45 Minuten Standfußball brachte erst die zweite Halbzeit schöne Kombinationen und einen verdienten Erfolg Deutschlands.

Grottenkick, Katastrophe, zum Abgewöhnen – keiner dieser Begriffe wäre übertrieben gewesen, um das WM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft in Irland zu beschreiben, wenn – ja wenn es auch nach der 32. Minute so weiter gegangen wäre, wie zuvor. Bis dahin gelang den Deutschen so gut wie nichts gegen die sehr defensiv stehenden Iren – kaum gelungene Kombinationen, kein Tempo, keine Chancen. Doch dann erzielte ausgerechnet Marco Reus, der bis dato schlechteste Akteur auf dem Feld, noch vor der Halbzeitpause zwei Tore und bereitete so den Weg für Deutschlands 6:1 (2:0)-Kantersieg im dritten Spiel der Gruppe C.

Neue Abwehr kaum gefordert

Vor dem Spiel hatte das deutsche Team durchaus Respekt vor den Gastgebern, die zwar stets nicht durch brillante Technik, aber durch eisernen Willen und Kampfgeist überzeugen – normalerweise. Diesmal allerdings enttäuschten die von Giovanni Trapattoni gecoachten Iren, bei denen neben Kapitän Robbie Keane fünf weitere Stammspieler fehlten, über die gesamte Spieldauer. Neun Feldspieler standen immer im und um den eigenen Strafraum herum und machten es den Deutschen schwer. Nach vorne aber passierte kaum etwas, wenn überhaupt gab es lange, hohe Bälle auf die einzige Spitze Jonathan Walters. So konnte sich auch die neu formierte deutsche Viererkette, in der der gesperrte Kapitän Philipp Lahm und der verletzte Mats Hummels fehlten, nicht auszeichnen.

Tor Toni Kroos (Foto: Alex Livesey/Getty Images)

Toni Kroos fasst sich ein Herz und schießt die wehrlosen Iren ab - zweimal traf er aus der Distanz

Das änderte sich erst nach dem Wechsel, aber da war es eigentlich schon zu spät: Reus hatte sich in 32. Minute den durch den irischen Strafraum trudelnden Ball geschnappt und zum 1:0 im Tor versenkt. Acht Minuten später schloss er die erste gelungene Kombination mit einem fulminanten Schuss vom linken Strafraumeck in den rechten unteren Winkel ab. Die Iren marschierten nun nach vorne und boten der deutschen Elf so Räume an, die das Team von Joachim Löw eiskalt nutzte, um etwas für das Torverhältnis zu tun. Zunächst traf Mesut Özil per Foulelfmeter zum 3:0 (55.), dann gelang Jubilar Miroslav Klose in seinem 125. Länderspiel das 4:0. Nach schönem Steilpass umkurvte er den irischen Torhüter Keiren Westwood und schob aus spitzem Winkel ein (58.). Schließlich machte Toni Kroos mit zwei feinen Weitschüssen das halbe Dutzend voll (61. und 82.). Von den Iren, deren Fans in Scharen das Stadion verließen, kam keine Gegenwehr mehr – insgesamt ein peinlicher Auftritt, auch wenn Andrew Keogh kurz vor Schluss noch der Ehrentreffer gelang (90. + 2).

Sieg bringt Ruhe

Nach allen Diskussionen um vermeintliche Unstimmigkeiten und Krisen im deutschen Nationalteam dürfte es nach dem deutlichen Erfolg gegen die schwachen Iren nun wieder etwas ruhiger werden. Zumindest in der Tabelle der deutschen Qualifikationsgruppe C herrschen nach dem 3. Spieltag normale Verhältnisse. Deutschland führt mit neun Punkten vor den Schweden (6 Punkte), die sich mit Mühe und Not 2:1 (0:0) auf den Färöer-Inseln durchsetzten. Dann folgen Irland (3), Österreich und Kasachstan (je 1). Schlusslicht sind die Färöer (0). Österreich musste einen herben Rückschlag hinnehmen: In Kasachstan gelang nur ein 0:0.

Am kommenden Dienstag (16.10.2012) folgt der 4. Spieltag. Gegner der Deutschen ist dann in Berlin Schweden. Österreich empfängt Kasachstan, die Iren reisen auf die Färöer.