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Afrika

Deutsche Rüstungshilfen für Angola?

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im an Öl und Gas reichen Angola auf eine Partnerschaft mit dem nach Energie hungrigen Deutschland gedrängt. Auch Rüstungsgeschäfte schloss sie für die Zukunft nicht aus.

Merkel und dos Santos schreiten Ehrenformation ab (Foto: AP)

Militärische Begrüßung: Kanzlerin Merkel und Staatspräsident dos Santos

"Wir wollen mit Angola eine Energiepartnerschaft", sagte die Kanzlerin am Mittwoch (13.07.2011) bei einer Wirtschaftskonferenz in der angolanischen Hauptstadt Luanda. Es geht dabei vor allem um Lieferungen von angolanischem Flüssiggas und um erneuerbare Energien. Angola baut derzeit in Soyo die erste Flüssiggas-Anlage, die ab kommendem Jahr liefern soll. Ein Teil des Gases könnte auch nach Deutschland gehen. Voraussetzung für derlei Geschäfte seien allerdings stabile politische Rahmenbedingungen, ergänzte Merkel. Deutsche Firmen könnten dann auch bei der Erkundung weiterer Rohstoffvorkommen in dem Land helfen.

Raffinerie-Anlagen

Öl und Gas sind der Reichtum des Landes

Merkel erwähnte bei der vor Nigeria zweiten Station ihrer Afrika-Reise auch den Ausbau des Glasfasernetzes sowie die Ausrüstung von Universitäten und Schulen. Der deutsch-angolanische Handel war in der Wirtschaftskrise auf rund 500 Millionen Euro jährlich eingebrochen, hat nach Aussage der Kanzlerin in den ersten Monaten dieses Jahres aber wieder um 22 Prozent zugelegt.

"Ertüchtigung der Marine "

Karte von Angola

Angola gehört zu den zehn stärksten Volkswirtschaften Afrikas

Ausdrücklich bot Merkel auch eine Rüstungskooperation an: "Wir würden Ihnen auch gerne bei Ihren Verteidigungsanstrengungen helfen, zum Beispiel bei der Ertüchtigung der Marine." In der mitreisenden Wirtschaftsdelegation befindet sich auch auch der Chef der Lürssen Werft aus Bremen, Friedrich Lürssen. Um was für ein Rüstungsgeschäft es sich handeln könnte, blieb in Luanda noch unklar.

Angola habe eine schwere Zeit mit jahrzehntelangem Bürgerkrieg hinter sich, sagte die Kanzlerin, die bei ihrer Ankunft aus Kenia von Staatspräsident José Eduardo dos Santos in seinem Palast empfangen worden war. Deutschland beschrieb sie als "fairen Partner", der nicht nur an den eigenen wirtschaftlichen Erfolg sondern auch an der Angolaner denke.

Massive Korruption

Vizepräsident Fernando da Peidade dos Santos sicherte pflichtbewußt den Schutz von Investitionen und Privateigentum sowie einen gesunden Wettbewerb zu. Viele deutsche Firmen meiden Angola derzeit wegen der massiven Korruption.

Autor: Gerd Winkelmann (dpa, rtr)
Redaktion: Sabine Faber

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