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Europa

Deutsche Politiker im Griechenland-Urlaub

Deutsch-griechische Spannungen nehmen in der Griechenland-Krise zu. Um den Tourismus anzukurbeln und ihre Solidarität mit den Griechen zu zeigen, verbringen viele Politiker ihren Sommerurlaub in dem Krisenland.

Naxos, Paros, Mykonos - das klassische Dreigestirn ist ein Muss für jeden Liebhaber der griechischen Inseln. Früher hätte Beate Müller-Gemmeke auf die Frage, warum sie auf die Kykladen reisen will, einfach nur geantwortet: "Sonne, Strand und Meer".

Diesmal stecken auch andere Gründe dahinter, erklärt die Abgeordnete der Grünen: "Als ich gehört habe, dass die Tourismuszahlen in Griechenland um 50 Prozent eingebrochen sind, war es für mich eine Selbstverständlichkeit, dass ich mich wieder in dieses Land aufmache.“

Solidarität und Tangokurse

Das ist auch der ausschlaggebende Grund für den Abgeordneten der Partei "Die Linke", Richard Pitterle, um mit seiner Familie im August auf die Insel Kreta zu fliegen. Er wolle aber nicht nur den Tourismus unterstützen, der die wichtigste Einnahmequelle Griechenlands ist. Auch mit den Menschen auf der Insel werde er sprechen und ihnen durch die eigene Anwesenheit zeigen, "dass wir sie nicht abgeschrieben haben.“

Natürlich möchten Richard Pitterle und alle anderen Politiker auch ausspannen, schwimmen, ein Buch lesen, gutes Essen genießen. Aber für ihn gibt es einen weiteren Anreiz für die Reise nach Kreta: Er habe vor, dort Tangounterricht zu nehmen. Sein griechischstämmiger Tangolehrer in Stuttgart gibt auch Tanzkurse auf Kreta.

Griechenland auch mit privatem Geld unterstützen

Ansicht des Hafens von Rhodos

Am Meer ausspannen und dabei Griechenland helfen: Das wünschen sich viele Politiker

Während Richard Pitterle seinen Griechenlandurlaub noch vor sich hat, ist Friedlinde Gurr-Hirsch gerade aus Hellas zurückgekehrt. Die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg hat mit ihrer Großfamilie die Insel Korfu besucht - mit ihrem Mann, ihren drei Kindern und deren Partnern sowie vier Enkelkindern. Die Familie wollte zeigen, dass es keinen Grund gibt, um als Deutscher Griechenland als Urlaubsziel zu meiden. Die Stimmung der Menschen auf Korfu sei "etwas gedrückt" gewesen, so der Eindruck der CDU-Politikerin. Sie seien aber "sehr freundlich, die Leistungen haben gestimmt und wir sind auch nicht von der Seite angesprochen worden, nach dem Motto: Ihr setzt uns unter Druck. Es war eine gleich bleibende Freundlichkeit und eben eine hohe Professionalität.“

Das schlechte Wetter in Deutschland hat auch in der Familie des FDP-Abgeordneten Erik Schwenkert den Wunsch nach Sonne und Meer immer stärker werden lassen. Zur Auswahl stand entweder die Türkei, wo man schon im letzten Jahr gute Erfahrungen gemacht hat, oder Griechenland. Familie Schwenkert hat sich entschieden: Ende Juli fliegt sie auf die griechische Insel Kos. Damit, so Erik Schwenkert, wolle er einen Vorwurf entkräften, den er oft in Deutschland höre, dass nämlich Politiker nur Steuergelder in andere Länder transferieren könnten. Mit seinem Urlaub in Griechenland möchte er beweisen, dass Politiker Griechenland auch mit ihrem privaten Geld unterstützen.

"Wir stehen zu euch und kommen gerne hierher"

SPD-Politikerin Mechthild Rawert (links) zusammen mit der ehemaligen Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (rechts) (Foto: picture-alliance/akg)

Mechthild Rawert (links) möchte mit den Griechen ins Gespräch kommen

Die Berliner Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert wird täglich mit dem Thema Griechenland konfrontiert: Sie hat eine Mitarbeiterin griechischer Herkunft. Deshalb kennt die sozialdemokratische Politikerin nicht nur Fakten und Zahlen über die Krise, sondern auch die unmittelbaren Folgen für die Verwandten und Freunde ihrer Mitarbeiterin, die auf der Insel Thassos leben. Wie im letzten Jahr will Mechthild Rawert auch in diesem Oktober mit all ihren Mitarbeitern auf die griechische Insel reisen. Ob sie auch mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommen wird? "Ich laufe sicherlich nicht mit einem Schild ‚Ich bin deutsche Politikerin' herum", sagt Mechthild Rawert. Sie werde aber sehr wohl mit dem Freundeskreis ihrer Mitarbeiterin Diskussionen führen. Deswegen reise sie auch nach Griechenland: "Das Einzige, was uns allen hilft, ist, dass wir miteinander reden müssen."

Ihr ganz persönliches Zeichen will auch die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion Ingrid Fischbach setzen, wenn sie demnächst mit ihrer Tochter die Insel Rhodos aufsuchen wird. "Die Griechen mussten so viel Negatives einstecken", sagt die Christdemokratin. Sie hoffe, "dass wir mit der Unterstützung des Tourismus auch zeigen: Wir stehen zu euch, wir kommen gerne hierher und wenn es schön ist, dann kommen wir nächstes Jahr auch wieder."