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Wirtschaft

Deutsche Maschinenbauer trotzen globalen Krisengefahren

Die deutsche Industrie gibt sich mit vollen Auftragsbüchern auf der Hannover Messe zuversichtlich. Doch mittelständische Unternehmen müssen sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen, um Erfolg zu haben.

Beachtliche 7,80 Meter Durchmesser hat dieser Schiffspropeller aus Waren (Foto: dpa)

Beachtliche 7,80 Meter Durchmesser hat dieser Schiffspropeller aus Waren

Die Konjunktur brummt. Die deutschen Maschinenbauer kommen derzeit kaum damit hinterher, die vollen Auftragsbücher abzuarbeiten. Sie verzeichnen das fünfte Jahr in Folge ein Wachstumsplus, sie wollen allein in diesem Jahr 30.000 neue Jobs schaffen - kurz: der Maschinenbau ist Deutschlands Paradebranche. Verbandspräsident Manfred Wittenstein zeigt sich bei der Hannover Messe 2008 mit breiter Brust.

Seit Montag (21.4.2008) hat die Hannover Messe wieder ihre Tore geöffnet. 5100 Firmen und Forscher aus 62 Ländern zeigen auf dem weltweit bedeutensten Schaufenster der Industrie, und besonders des Maschinenbaus, den neuesten Stand der Technik für optimale Produktionsprozesse und energiesparende Technologien.

Effizientere Prozesse, bessere Produkte

In zahlreichen Spezialdisziplinen sind die Deutschen Weltmarktführer. Das sei ein hartes Stück Arbeit gewesen, so der Chef eines mittelständischen Unternehmens. Was man in den vergangenen Jahren getan habe, müsse man auch heute tun: "Wir brauchen Innovationen." Ergebnis seien bessere Produkte, gesteigerte Produktivität, effizientere Prozesse.

Aber nicht nur die Maschinenbauer, die gesamte deutsche Industrie steht vor neuen, gewaltigen Herausforderungen. Bislang kann man die meistern - jedenfalls sieht der Bundesverband der Deutschen Industrie hier in Hannover keinen Anlass, seine Wachstumsprognose von zwei Prozent nach unten zu korrigieren. Trotz Finanzmarktkrise und Euro-Höhenflug.

Lohnintensive Arbeiten ins Ausland ausgelagert

Verbandschef Jürgen Thumann verweist im Gespräch mit der Deutschen Welle darauf, dass man im vergangenen Jahrzehnt die notwendigen Hausaufgaben gemacht habe. "Wir haben uns restrukturiert, wir sind schlanker geworden, wir sind wettbewerbsfähiger geworden." Lohnintensive Arbeiten wurden in eigene Gesellschaften, beispielsweise in mittel- und osteuropäischen Ländern ausgelagert, um die Produktionskosten zu senken. Und man habe zum anderen auch mit Partnern eng kooperiert - "selbst mit Partnern wie Japan." Und deswegen freue er sich, dass die Japaner hier auf der Messe als Partnerland auftreten.

Hotspot der Automatisierung in der Provinz

Als Partner sieht man sich, aber eben auch als Konkurrenten. So ist das mit der Globalisierung. Bestehen kann man nur mit Hightech-Produkten. Das versucht auch das Unternehmen von Hans Beckhoff aus Verl in Westfalen - ein typischer Vertreter des deutschen Mittelstandes - mit einer Besonderheit: Ostwestfalen verfügt über zahlreiche Hochschulen, und die vielen Mittelständler sind gut miteinander vernetzt. "Wir haben da so eine Art Hotspot der Automatisierungstechnik", sagt Geschäftsführer Beckhoff. Dadurch könne man eben Technologie für den Weltmarkt in Westfalen entwickeln und herstellen.

Anders die Lage in Mecklenburg-Vorpommern. Von einem solchen Hotspot können sie dort nur träumen. Dennoch ist die Mecklenburger Metallguss GmbH aus Waren (Müritz) mit ihren Schiffspropellern Weltmarktführer. Hier in Hannover haben sie nur ein eher kleines Exponat ausgestellt, der Transport eines Propeller-Riesen von 2,50 Meter Durchmesser wäre wohl zu aufwändig gewesen. Dennoch sorgt die Firma auch so für Aufsehen - auch Bundeskanzlerin Angela Merkel machte bei ihrem Messerundgang hier Halt - schließlich hat die Kanzlerin in Deutschlands Nordosten ihren Wahlkreis.

Hoffen auf langjährige Kundenkontakte

Ein Weltmarktführer in einer industriell dünn besiedelten Region - da muss man sich täglich etwas einfallen lassen, beschreibt Geschäftsführer Manfred Urban die Situation. "Die Zeit macht es uns nicht gerade leichter." Hohe Energiepreise, hohe Materialpreise und auch der schwache Dollar - das ist für ein exportorientiertes Unternehmen, wie es die Mecklenburger mit 80 Prozent Exportquote sind, schon eine Herausforderung. Urban baut aber auf langjährige Kundenkontakte. Die Kunden, "das sind die größten Werften der Welt."

Und man rechnet natürlich mit neuen Aufträgen auf der Messe. Die gilt gemeinhin als Konjunktur-Barometer. Noch ist Messe-Chef Sepp Heckmann etwas vorsichtig in seiner Einschätzung, weil die Messe gerade erst begonnen hat. "Aber alles, was wir von Ausstellern und Besuchern in den ersten Stunden hören, ist eigentlich sehr positiv."

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