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Politik

Deutsche Marine vertreibt Piraten vor Somalia

Erst vor wenigen Tagen war die Bundeswehr zur Anti-Piraten-Mission gestartet, nun hat sie erstmals Piraten vertrieben. Mit einem Hubschrauber wehrten die Soldaten den Angriff auf einen ägyptischen Frachter ab.

Deutsche Marine-Soldaten eines Sicherungsteams der Fregatte Karlsruhe demonstrieren am Dienstag (23.12.2008) in Dschibuti einen Einsatz auf einem Schnellboot (Quelle: DPA)

Vor zwei Tagen wurde auf der Fregatte "Karlsruhe" der Ernstfall noch geprobt

Wie das Einsatzführungskommando in Potsdam am Donnerstag (25.12.2008) mitteilte, kamen je ein Bordhubschrauber der Fregatten "Karlsruhe" und "Mecklenburg-Vorpommern" dem bedrängten ägyptischen Frachter "Wabi al Arab" im Golf von Aden zu Hilfe und schlugen die Piraten in die Flucht. Ein verletztes Besatzungsmitglied des Frachters sei zur medizinischen Behandlung auf die "Karlsruhe" geflogen worden.

Ein Besatzungsmitglied verletzt

Die "Karlsruhe" war erst am Dienstag im Rahmen der EU-Mission Atalanta aus dem Hafen von Dschibuti ausgelaufen, um im Golf von Aden zu patrouillieren. Erst vor knapp einer Woche hatte der Bundestag der deutschen Beteiligung an der europäischen Antipiraten-Mission zugestimmt. Die "Mecklenburg-Vorpommern" befindet sich im Rahmen der Antiterror-Operation Enduring Freedom in dem Seegebiet.

Der Notruf des Frachters sei am Morgen aufgefangen worden, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos. Daraufhin hätten sich die Bordhubschrauber auf den Weg gemacht. Es sei ihnen gelungen, den Angriff zu stoppen. Der zweite Bordhubschrauber der "Karlsruhe" habe das Besatzungsmitglied abgeholt, das bei dem Angriff der Piraten verletzt worden sei.

Die Angreifer in einem Schnellboot hätten versucht, an Bord des Frachters zu gelangen und ein Besatzungsmitglied mit Schüssen verletzt, sagte Noel Choong von der Internationalen Seefahrtsbehörde (IMB) in Kuala Lumpur. Das Schiff mit 31 Besatzungsmitgliedern sei auf dem Weg von Suez nach Asien gewesen. Choong zeigte sich froh über die schnelle Hilfe der internationalen Koalitionstruppe.

110 Angriffe 2008

Ihm zufolge wurden in diesem Jahr im Golf von Aden 110 Piratenangriffe gezählt. 42 Schiffe wurden entführt, außer 14 mit insgesamt mehr als 240 Besatzungsmitgliedern wurden alle nach Zahlung eines Lösegeldes wieder freigelassen. An der Bekämpfung der Piraterie vor Somalia beteiligen sich bislang vonseiten der EU Großbritannien, Frankreich und Deutschland, außerdem Indien, der Iran und die USA. Auch China will sich mit drei Kriegsschiffen beteiligen; Japan erwägt ebenfalls die Entsendung von Militärschiffen. (mag)

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