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Wirtschaft

Deutsche Märkte leiden unter Gewinnmitnahmen

Gewinnmitnahmen nach einer schwachen Vorgabe der Börsen in den USA haben am Donnerstag die deutschen Aktienmärkte schwächer tendieren lassen.

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Die Aktien des deutsch-amerikanischen Konzerns standen im Blickpunkt des Handels.

Anleger trennten sich vor allem von den jüngst deutlich gestiegenen Technologiewerten, sagten Händler. Zu den größten Verlierern im Dax gehörten die Aktien des Vortagesfavoriten SAP. "Der Kursanstieg gestern war deutlich übertrieben", hieß es auf dem Parkett mit Blick auf die Gewinne von rund zwölf Prozent am Mittwoch.

Daimler-Chrysler unter Druck

Schwächer notierten auch die Aktien von DaimlerChrysler. Händler sagten, angebliche Aussagen von Finanzvorstand Gentz, der Konzern könne 2002 seine Planziele verfehlen, belasteten die Titel. Nach einem Dementi des Unternehmens bauten die Aktien ihre Verluste kurzzeitig ab.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) verbuchte bis zum Mittag ein Minus von rund 1,3 Prozent oder 68 Punkten auf 5220 Zähler. Am Neuen Markt gab der Nemax50 um rund 2,4 Prozent oder 31 Punkte auf 1256 Punkte nach.

Orientierung aus den USA

Nachdem der Dax in den vergangenen Tagen um rund zwei Prozent gestiegen war, kehre nun Ernüchterung bei den Anlegern ein, sagte ein Händler. Hoffnungen auf eine Konjunkturbelebung in den USA seien in den Kursen bereits vorweggenommen worden, hieß es am Markt. Investoren in den USA hatten schon am Mittwoch Gewinne realisiert, nachdem die Märkte zunächst noch von optimistischen Ausblicken der Technologiekonzerne Cisco Systems und Oracle beflügelt worden waren. Erst nach Börsenschluss in Deutschland bröckelten die Kurse in New York deutlich ab. "Diese Bewegung wird nun erstmal am deutschen Markt nachgeholt", sagte ein Börsianer.

Technologie-Aktien im Minus

Unter Abschlägen litten vor allem die Technologiewerte. Neben SAP mit Verlusten von zweieinhalb Prozent, präsentierten sich auch die Papiere von Siemens und Epcos um 1,7 beziehungsweise 0,7 Prozent schwächer. Infineon gaben um ein 1,5 Prozent nach.

DaimlerChrysler büßten 2,7 Prozent ein, was Händler auf ein Interview von Finanzvorstand Manfred Gentz zurückführten. Gentz habe angeblich gesagt, dass das Unternehmen seine Planziele 2002 verfehlen könne. Der Konzern wies die Gerüchte zurück. "Das hat er definitiv nicht gesagt", sagte ein Firmensprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Die Aktie baute daraufhin kurzzeitig ihre Verluste ab, rutschte dann jedoch wieder stärker ins Minus. "Die haben schon öfters dementiert", sagte ein Händler. "Ich glaube, da kommt noch was", fügte er hinzu. Zudem erscheine der Absatzmarkt in den USA gesättigt. "Den Autobauern in den USA geht es auch nicht besonders gut."

Spekulationen belasten Telekom

Ihre schwache Tendenz vom Vortag setzten die Titel der Deutschen Telekom fort und gaben um 2,8 Prozent nach. Bereits am Mittwoch hatten Spekulationen über die Höhe der Verluste bei dem Bonner Konzern sowie Verkäufe von ehemaligen VoiceStream-Akionären nach Ablauf einer zweiten Haltefrist die Aktien unter Druck gesetzt. Das Magazin 'Capital' hatte am Mittwoch vorab berichtet, der Konzern werde 2002 einen Fehlbetrag von rund sieben Milliarden Euro verbuchen und in den Jahren 2003 und 2004 Verluste von fünf beziehungsweise drei Milliarden Euro ausweisen. Sollte dies stimmen, werde dadurch der Vertrauensverlust in das Management weiter untermauert, sagten Händler. "Wenn der Vorstand nicht in der Lage ist, die Zahlen zu bringen, die erwartet werden, enttäuscht das natürlich die Anleger massiv."

  • Datum 10.01.2002
  • Autorin/Autor Thomas Kirschning
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1gkH
  • Datum 10.01.2002
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