1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Politik

Deutsche Kriegsschiffe nehmen Flüchtlinge auf

An der internationalen Hilfsaktion für die aus Libyen geflohenen Menschen in Tunesien ist auch die Bundesmarine beteiligt. Mehrere hundert Flüchtlinge gingen an Bord von Fregatten, um nach Ägypten gebracht zu werden.

Fregatte 'Brandenburg' der deutschen Marine (Foto: picture alliance)

Unterwegs in friedlicher Mission: die Fregatte "Brandenburg"

Drei Schiffe der deutschen Marine sind in der Nacht zum Sonntag (06.03.2011) mit mehr als 400 Libyen-Flüchtlingen an Bord von Tunesien aus in Richtung Ägypten aufgebrochen. Dies teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr mit. Die Fregatten "Brandenburg" und "Rheinland-Pfalz" sowie das Versorgungsschiff "Berlin" verließen den tunesischen Mittelmeer-Hafen Gabes und nahmen Kurs auf die ägyptische Hafenstadt Alexandria. Dort werden sie in drei Tagen erwartet.

Zudem wurden Flugzeuge gechartert, um weitere Menschen in ihre Heimatländer auszufliegen. Vor allem Gastarbeiter aus Ägypten hatten Libyen in den vergangenen Tagen verlassen und in Tunesien auf die Rückkehr in Heimat gewartet. Insgesamt sollten 6000 Flüchtlinge mit deutscher Hilfe in Sicherheit gebracht werden, teilte der Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin, Andreas Peschke, mit. Rund 50 Deutsche, die derzeit unter anderem aus familiären Gründen nicht ausreisen wollten, befänden sich noch in Libyen.

Hilfe für das UN-Flüchtlingsprogramm

Flüchtlinge in Tunesien an der Grenze zu Libyen (Foto: AP)

Tausende Flüchtlinge aus Libyen sind in Tunesien gestrandet

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte bereits zuvor klar gestellt, dass der Einsatz der drei deutschen Schiffe im Mittelmeer ausschließlich der Evakuierung diene. Es gebe keine militärischen Sonderaktionen.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes unterstützt Deutschland das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), das die Rettungsaktion koordiniert, zusätzlich mit einer Million Euro. Bereits zuvor waren 2,8 Millionen Euro bereitgestellt worden, um die Situation in den Lagern an der Grenze zwischen Tunesien und Libyen zu entspannen.

In den vergangenen Tagen waren zehntausende Menschen vor den Unruhen in Libyen in das Nachbarland Tunesien geflüchtet. An der Grenze kam es zu chaotischen Zuständen. Nach Ansicht des DRK-Nothelfers Holger Schmidt hat sich die Lage an der libysch-tunesischen Grenze etwas entspannt. Es kämen deutlich weniger Flüchtlinge als in den Tagen zuvor, sagte Schmidt. Inzwischen sei es außerdem gelungen, die Menschen zügig in Notaufnahmelager weiterzuleiten.

Autor: Hartmut Lüning (dpa, dapd, rtr)
Redaktion: Eleonore Uhlich

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema