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Ostmitteleuropa

Deutsche können nicht als Opfer des Zweiten Weltkrieges angesehen werden

Umfrage der Gazeta Wyborcza und Frankfurter Allgemeinen Zeitung

Warschau, 21.10.2003, GAZETA WYBORCZA, poln.

Die Mehrheit der Polen ist der Meinung, dass das Leid der Deutschen während des zweiten Weltkrieges Mitleid verdient. Die Polen halten jedoch die Deutschen nicht für Opfer dieses Krieges und stellen ihr Leid dem Leid der Juden und der Polen nicht gleich.

"Gazeta Wyborcza" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" haben Untersuchungen darüber gestartet, wie die beiden Nationen die Fragen der Schuld und die Rolle der Opfer des Zweiten Weltkrieges bewerten. Die Umfrage, die vom Meinungsforschungsinstitut CBOS durchgeführt wurde, ergibt, dass 57 Prozent der Polen die Ansicht vertreten, dass die Schuld der Deutschen am Zweiten Weltkrieg dazu führt, dass sie nicht als Opfer dieses Krieges angesehen werden können.

Die übrigen 43 Prozent der Befragten sollten die deutschen Opfer mit den jüdischen und polnischen vergleichen. Nur ein Viertel dieser Befragten konnte dabei überhaupt einen Vergleich anstellen. Sie machten jedoch nur 11 Prozent aller Befragten aus.

Eine ähnliche Umfrage der Zeitung "Rzeczpospolita" soll ergeben haben, dass 57 Prozent der Polen der Meinung waren, dass "die Deutschen gleichermaßen wie Juden, Polen und Roma zu den Opfern des Zweiten Weltkrieges gehören. Diese Umfrageergebnisse riefen eine heftige Diskussion über einen historischen Gedächtnisverlust der Polen hervor, über die pro-deutsche Einstellung und über unseren Versuch, uns in Europa politisch korrekt zu verhalten. Das Ergebnis der Untersuchung der Zeitung "Rzeczpospolita" war jedoch auf eine schlecht formulierte Frage zurückzuführen. (Sta)

  • Datum 22.10.2003
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  • Permalink http://p.dw.com/p/4F8J
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