1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sport

Deutsche Junioren zittern sich ins Halbfinale

Trotz einer Niederlage gegen Italien erreicht die deutsche U21-Auswahl bei der Europameisterschaft in Polen die Runde der besten Vier.

Das war knapp: Die deutsche U21-Nationalmannschaft hat sich bei der EM in Polen mit einer gehörigen Portion Glück ins Halbfinale gezittert. Das DFB-Team verlor zwar gegen Mitfavorit Italien 0:1 (0:1), rettete in der Gruppe C aber den zweiten Platz und kämpft am Dienstag gegen England um den Einzug ins Endspiel. Das andere Semifinale bestreiten Italien und Spanien. "Wir haben heute die PS nicht so richtig auf die Straße bekommen", bemängelte Trainer Stefan Kuntz nach der Partie in der ARD.

Federico Bernardeschi (31.) brachte die deutsche Mannschaft mit seinem Treffer in Krakau gehörig ins Schwitzen - bei einem weiteren Gegentor wäre das Team von Trainer Stefan Kuntz ausgeschieden. Besonders vor der Pause ließ sich die deutsche Auswahl zu häufig den Schneid abkaufen, erst nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein etwas offeneres Spiel.

Die zum dritten Mal in Folge unveränderte DFB-Elf begann mit dem Wissen, sich eine Niederlage mit einem Tor Unterschied leisten zu können. Italien dagegen stand unter Siegzwang und war folglich um die Spielkontrolle bemüht. Das gelang dem Rekordeuropameister, der von Kuntz vor Anpfiff zum "Topfavoriten" erklärt worden war, zunächst auch, Deutschland löste sich jedoch schnell aus der Umklammerung. "Es war heute nicht unser bestes Spiel, aber wir stehen im Halbfinale - also alles gut", resümierte Kapitän Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg) nach der Partie in der ARD.

Kein Videobeweis - kein Tor

Pech hatte die deutsche Mannschaft, als ein Kopfballtreffer von Marc-Oliver Kempf (SC Freiburg) keine Anerkennung fand (6.). Schiedsrichter Slavko Vincic aus Slowenien entschied auf Abseits, weil der neben Kempf postierte Niklas Stark (Hertha BSC) ins Geschehen eingriff - eine umstrittene Entscheidung. Ein Videobeweis ist bei der U21-EM anders als beim Confed Cup nicht zugelassen.

In dem nun intensiven Spiel schenkten sich beide Teams vor 14.000 Zuschauern nichts. Das DFB-Team spielte durchaus auf Sieg, mehr vom Spiel hatten aber die Azzurrini. Ein Freistoß von Bernardeschi strich noch knapp am Tor vorbei (26.), wenig später war es aber soweit: Einen riskanten Pass von Stark auf Mahmoud Dahoud (Borussia Mönchengladbach) fing Bernardeschi im Strafraum ab und blieb im Duell mit Schlussmann Julian Pollersbeck (1. FC Kaiserslautern) eiskalt. Trainer Kuntz nahm es mit Humor: "Wenn es im Kopf ein bisschen klemmt, werden die Füße schwer, aber trotzdem sind wir, wenn wir die drei Spiele betrachten, verdient im Halbfinale."

2017 UEFA-U21-Europameisterschaft Italien vs. Deutschland (Getty Images/S. Pond
)

Hart umkämpft, wie bei den "Großen" - Maxi Arnold liefert sich ein Handgemenge mit italienischen Spielern

Bis zur Pause fand die deutsche Mannschaft nicht mehr ins Spiel zurück. Nach dem Wiederanpfiff blieb das Spiel hart umkämpft. Unkonzentriertheiten im deutschen Spielaufbau verhinderten jedoch immer wieder den Vorstoß in gefährliche Gefilde. Ein Schuss von Mitchell Weiser (Hertha BSC) war noch die beste Gelegenheit (58.).

Viel war zu diesem Zeitpunkt aber auch von den Südeuropäern nicht zu sehen. Einen Schuss von Lorenzo Pellegrini wehrte Pollersbeck zur Ecke ab (61.), insgesamt war nun aber deutlich weniger Tempo in der Begegnung. Die Schlussphase lebte vor allem von der Spannung, mit Vorteilen für die Italiener.

Tschechien verliert gegen Dänemark

Im Parallelspiel verlor Tschechiens U21 ihr letztes Vorrundenspiel in Tychy gegen die bereits ausgeschiedenen Dänen 2:4 (1:2) und beendeten die deutsche Gruppe C mit drei Punkten auf dem letzten Platz. Nur bei einem Sieg hätten die Tschechen noch theoretische Chancen auf das Weiterkommen gehabt, wegen des 1:0-Erfolges der Italiener gegen die DFB-Elf im Parallelspiel wäre aber selbst ein Dreier zwecklos gewesen. Lucas Andersen (23.), Kenneth Zohore (35., 73.) und Marcus Ingvartsen (90.+1) trafen für Dänemark, Patrik Schick (27.) und Tomas Chory (54.) erzielten Tschechiens Tore.

to (sid, dpa)

 

Die Redaktion empfiehlt