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Deutschland

Deutsche Irak-Geiseln in großer Gefahr

Ein 72-Stunden-Ultimatum, das die Geiselnehmer der beiden entführten Deutschen im Irak gestellt haben, läuft. Wann die Frist endet, will die Bundesregierung nicht sagen.

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Einer der Entführten: René Bräunlich

Nach einem Ultimatum der Entführer ist das Leben der beiden im Irak verschleppten deutschen Ingenieure in höchster Gefahr. In einem am Dienstagabend (31.1.2006) vom arabischen Sender Al-Dschasira ausgestrahlten Video hatten die Geiselnehmer eine 72-stündige Frist zur Erfüllung ihrer Forderungen gestellt und mit der Ermordung der beiden Deutschen gedroht.

Unbekanntes Fristende

Zu der ungewissen Frage, wann das Ultimatum ausläuft, macht das Auswärtige Amt in Berlin weiterhin keine Angaben. Das Band ist auf den 29. Januar datiert, so dass das Ultimatum bereits am Mittwoch (1.2.) abgelaufen wäre. Bei der Firma und den Freunden der Leipziger Techniker René Bräunlich und Thomas Nitzschke löste das Ultimatum Entsetzen aus.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte in Berlin: "Die Lage entwickelt sich auch nach unserer Beurteilung ernst." Das Video mit dem Ultimatum sei "Zeugnis einer menschenverachtenden Tat", sagte Steinmeier. "Wir alle sind natürlich berührt und schockiert von den Bildern."

Die Forderungen

In dem Video heißt es laut Al-Dschasira, die Geiseln würden nach Ablauf der Frist getötet, sollte die deutsche Botschaft in Bagdad nicht geschlossen werden und sollten nicht alle deutschen Firmen den Irak verlassen. Zudem verlangen die Kidnapper dem arabischen Sender zufolge, dem das Videoband zugestellt worden war, ein Ende der Zusammenarbeit zwischen der Bundesregierung und der irakischen Übergangsregierung.

Die beiden Geiseln selbst, die in einem ersten Video die Bundesregierung aufgefordert hatten, alles in ihrer Macht stehende für ihre Befreiung zu tun, hockten bei der neuen Aufnahme schweigend am Boden. Die Szene wirkte diesmal bedrohlicher als in dem ersten Video, das am Tag ihrer Entführung aufgenommen wurde. Diesmal waren auch die Köpfe der bewaffneten Kidnapper zu sehen, die ihre Gesichter hinter Stoffmasken versteckten.

Zweites Video seit der Entführung

Die Ingenieure waren am Dienstag ( 24.1.) in der nordirakischen Stadt Baidschi verschleppt worden. Im Auftrag der Firma Cryotec sollten sie dort die Aufstellung einer Stickstoffanlage begleiten.

Es ist bereits das zweite Video über die beiden Leipziger, das Al-Dschasira ausstrahlte. In dem ersten Videoband waren die Männer ebenfalls umgeben von schwer bewaffneten Männern zu sehen. Die Entführer nannten sich damals "Kataib Ansar al-Tawhid wa al-Sunna" ("Brigaden der Anhänger der göttlichen Einheit und des Beispiels des Propheten").

Nach Angaben des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF), dem ebenfalls eine Kopie des neuen Videos vorlag, drohten die Entführer, die Geiseln nach verstrichener Frist zu enthaupten. Einer der Entführer habe die Erklärung mit den Bedingungen verlesen.

Leipziger Muslime lehnen Entführung ab

Die Muslime in Leipzig haben die Entführung der beiden Nitzschke und Bräunlich aufs Schärfste verurteilt. "Solche Handlungen sind in unserer Religion verboten", sagte Hassan Dabbagh, Imam der Al-Rahman Moschee in Leipzig, am Donnerstag (2.2.) der Nachrichtenagentur AP. Dabbagh appellierte an die Geiselnehmer, die beiden jungen Männer frei zu lassen. (kas/kap)

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