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Wirtschaft

Deutsche Industrie vor härteren Zeiten

Die Zeiten, in denen sich die deutsche Industrie vor Aufträgen nicht retten konnte, sind vorbei. Die Bestellungen sind eingebrochen, der Optimismus ist verflogen. Die Folge: Das Wachstum schwächt sich ab.

Innovative Aluminium- Schneidmaschine für einen thailändischen Kunden zur Herstellung von Kühlervormaterial für die Automobilindustrie / Unternehmen Achenbach Buschhütten GmbH. Das Copyright liegt bei Achenbach Buschhütten GmbH Zulieferer: Rayna Breuer

Bildergalerie Deutsche Maschinenbauer

Die Industrie muss den stärksten Auftragsrückgang seit einem Jahr verkraften. Die Eurokrise und die schwächelnde Weltkonjunktur schlagen immer stärker auf die deutsche Wirtschaft durch. Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag (07.11.2012) in Berlin mitteilte, gingen bei den Unternehmen im September 3,3 Prozent weniger Bestellungen ein als im Vormonat. "Die Abschwächung erfolgte quer durch die industriellen Bereiche", erklärte das Ministerium. Stärker war der Rückgang zuletzt im September 2011 mit einem Minus von 3,6 Prozent.

Weniger Nachfrage aus dem Ausland

Hauptgrund ist die schwache Auslandsnachfrage. Die Bestellungen aus der Eurozone gingen um 9,6 Prozent zurück. Insgesamt sank das Auftragsvolumen aus dem Ausland um 4,5 Prozent, aus dem Inland hingegen nur um 1,8 Prozent. Unterdurchschnittlich war allerdings auch der Umfang von Großaufträgen, die gewöhnlich stark zu Buche schlagen. Dies dürfte die Entwicklung zusätzlich belastet haben. Schon im August hatte die Industrie einen Auftragsrückgang um 0,8 Prozent verzeichnet.

"Das schwache wirtschaftliche Umfeld des Euroraums, aber auch der übrigen Weltwirtschaft schlägt sich mittlerweile deutlicher als im ersten Halbjahr bei der Nachfrage nach deutschen industriellen Erzeugnissen nieder", erklärte das Wirtschaftsministerium. Das wirke sich indirekt auch auf die Nachfrage aus dem Inland aus. "Daher dürfte sich die Industrieproduktion in den kommenden Monaten tendenziell weiter abschwächen." Der Auftragseinbruch zieht sich den Angaben zufolgen durch fast alle Bereiche. Bei Vorleistungsgütern gingen die Bestellungen um 5,0 Prozent zurück, im wichtigen Investitionsgüterbereich um 2,4 Prozent, bei Konsumgütern um 1,7 Prozent.

Schwächeres Wachstum erwartet

Einer der wenigen Lichtblicke bleibt der Maschinenbau. Die Schlüsselbranche verzeichnete im September ein Auftragsplus 11,1 Prozent. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hatte aber erst vergangene Woche erklärt, für eine Entwarnung sei es zu früh, das niedrigere Vorjahresniveau und das Zusammentreffen zahlreicher Großaufträge aus den Nicht-Euro-Ländern verzerrten das Bild.

Die fünf Wirtschaftsweisen stellen an diesem Mittwoch in Berlin ihre neue Konjunkturprognose vor. Nach Informationen des "Handelsblattes" ist der Sachverständigenrat zur Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung mit seinen Konjunkturerwartungen für Deutschland noch vorsichtiger als die Bundesregierung. Für kommendes Jahr erwarten die Experten lediglich 0,8 Prozent reales Wachstum, genauso viel wie dieses Jahr. Die Regierung rechnet mit einem Prozent.

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