1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Konjunktur

Deutsche Industrie im Goldenen Oktober

Die deutsche Industrie hat im Oktober ihre Auftragsbücher überraschend gut gefüllt. Die Firmen erhielten fast fünf Prozent mehr Aufträge als im Vormonat. Ein Strohfeuer ist das nicht, sagen Ökonomen.

Die monatlichen Zahlen zum Auftragseingang schwanken oft kräftig, darauf weist auch das Bundeswirtschaftsministerium hin. Man sollte die Zahlen "nicht überbewerten".  Die Experten von Minister Sigmar Gabriel betonten aber: "Die auch in der Tendenz etwas anziehende Nachfrage und das verbesserte Geschäftsklima sprechen insgesamt für eine Belebung der Industriekonjunktur im Jahresschlussquartal." Der Zuwachs bei den Aufträgen für die Industrie im Monat Oktober war so stark wie seit Juli 2014 nicht mehr. Und das, obwohl es an Großaufträgen fehlte. Das spreche für eine stabile Basis, sagten Experten.

Inland zieht

Insbesondere die Aufträge aus dem Inland stiegen. Hier lag das Plus bei 6,3 Prozent, und dabei fiel vor allem ein Anstieg bei den Investitionsgütern ins Auge. "Das lässt darauf hoffen, dass die deutsche Wirtschaft am Jahresende an Schwung gewinnt", so das Urteil des Volkswirts Rainer Sartorius von der Bank HSBC Trinkhaus.

Die Aufträge für deutsche Industrieunternehmen aus dem Ausland lagen mit einem Plus von 3,9 Prozent über denen im September. Auffallend hier ist, dass das Wachstum bei den Auslandsaufträgen ausschließlich auf Länder außerhalb der Euro-Zone zurückgeht. Deutschlands direkte Nachbarn waren daran nicht beteiligt.

Auch ohne Großaufträge sei der Auftragseingang es sehr stark, kommentiert Stefan Kipar von der BayernLB die zahlen. "Das spricht dafür, dass es mehr ist als nur ein Strohfeuer. Bei der politischen Lage mit vielen Unsicherheiten ist die Entwicklung aber nur schwer zu prognostizieren." Einige Firmen hätten Aufträge unter Umständen vorgezogen, so Kipar. "Ich glaube nicht, dass wir dieses
Tempo bis Jahresende halten können."

ar/iw (dpa/afp)  

 

Die Redaktion empfiehlt