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Aktuell Deutschland

Deutsche Hundertjährige bejahen das Leben

Erstaunlich viele Senioren über 100 Jahre blicken trotz gesundheitlicher Gebrechen zuversichtlich in die Zukunft. Eine Heidelberger Studie fand jetzt heraus, warum.

Eine Hundertjährige (Foto:dpa)

Hundertjährige Christiane Wegener

Demenz, Alzheimer und andere Altersgebrechen sind die ersten Assoziationen, die man mit dem Älterwerden verbindet. Anders als erwartet sind Menschen über 100 Jahren aber nicht nur fitter und körperlich gesünder als noch vor einigen Jahren. Fast drei Viertel der Befragten haben eine positive Einstellung zu ihrem Leben. Das ergab eine Studie der Heidelberger Universität. Es ist die zweite Studie nach 2001, die die Lebenssituation dieser Altersgruppe untersucht hat.

Rund 100 Hundertjährige und ihr unmittelbares Umfeld wurden zwischen 2011 und 2012 zu ihrer Lebenssituation befragt. Im Mittelpunkt standen die von den Senioren empfundenen alltäglichen mentalen und physischen Herausforderungen, ihre psychische Stärke und ihre Alltagsgestaltung. Sie fanden heraus, dass psychische Faktoren wie Lebenswillen und eine allgemeine optimistische Einstellung für die Zufriedenheit und die Lebensqualität maßgeblich sind.

Wachsende Altersgruppe

Immer mehr Senioren feiern in Deutschland ihren hundersten Geburtstag. Während im Jahr 2000 nach Angaben der Forscher nur rund 6000 Menschen im Alter von 100 oder mehr hierzulande lebten, waren es 2010 bereits rund 13.000. Die Bedeutung dieser wachsenden Altersgruppe hat auch die Forschung erkannt. Die neue Studie will nicht nur ein repräsentatives Bild von Menschen in hohem Alter erstellen. Sie will zudem Wege aufzeigen, wie das eigene Leben positiv gelebt und gestaltet werden kann. Die Ergebnisse sollen später mit Auswertungen anderer Länder verglichen werden, um mögliche kulturelle und gesellschaftliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu bestimmen.

Die Zufriedenheit der betagten Senioren könnte mit ihrer relativen Selbstständigkeit zusammenhängen. Im Vergleich zu der ersten Studie sind mehr Hundertjährige heute in der Lage, für sich zu sorgen, sich selbst Mahlzeiten zuzubereiten oder finanzielle Angelegenheiten zu bewerkstelligen. Mehr als die Hälfte lebt nach Angaben der Studie in Privathaushalten und wird von Angehörigen unterstützt.

da/kle (afp,dpa)