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Fokus Osteuropa

Deutsche Hilfe für Flüchtlingslager in Kosovo

Die Lage in drei Flüchtlingslagern in Nord-Mitrovica ist dramatisch. Bereits vor einem Jahr wies die WHO auf die gesundheitsgefährdenden Lebensbedingungen hin. Die Bundesregierung hilft nun mit 500.000 Euro.

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Unterstützung aus Berlin

Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland hat für die Umsiedlung von Roma, Aschkali und Ägypter, die in drei Lagern in Nord-Mitrovica leben, 500.000 Euro zur Verfügung gestellt. Vertreter der UNMIK und der Kosovo-Institutionen haben bestimmt, dass spätestens bis Dezember die Flüchtlingslager Zitkovac, Kablara und Cesmin Lug, wo derzeit noch 560 Menschen aus 125 Familien leben, geschlossen werden. Vor einem halben Jahr hat die Weltgesundheitsorganisation die in- und ausländische Öffentlichkeit darüber informiert, dass der Bleigehalt im Blut der Binnenflüchtlinge in diesen Lagern erhöht sei und ihre Gesundheit gefährde.

Minderheiten zur Rückkehr ermutigen

Der Leiter des Deutschen Verbindungsbüro Kosovo in Pristina, Botschaftsrat Eugen Wollfarth, übergab UNMIK-Chef Søren Jessen Petersen offiziell das Schreiben der Bundesregierung. Er betonte dabei, diese Schenkung der Bundesregierung sei eine eilige Antwort auf die Forderungen der Roma, Aschkali und Ägypter aus dem Kosovo, weil ihre Gesundheit und ihre Lebensbedingungen in den Flüchtlingslagern unerträglich geworden seien. Zugleich forderte er von den Kosovaren, auch nach der Aufnahme der Verhandlungen über den Status des Kosovo die Arbeit an der Erfüllung der Standards fortzusetzen – insbesondere der Standards, die sich auf die Lage der Minderheiten beziehen. „Wenn wir bei der Schaffung eines stabilen und multinationalen Kosovo erfolgreich sein wollen, müssen wir alles in unserer Macht stehende unternehmen, um alle Minderheiten dazu zu ermutigen, in ihre Heimat zurückzukehren“, sagte Wollfarth.

Dramatischste Lage in der Region

UNMIK-Chef Jessen Petersen betonte, damit die drei Flüchtlingslager in Nord-Mitrovica geschlossen werden könnten, seien 1,3 Millionen Euro erforderlich. In diesen Lagern bestünden weiterhin die größten humanitären Probleme in der gesamten Region. Die dortigen Lebensbedingungen der Roma seien ein Affront gegen die Menschenwürde. „Ich glaube, dem Beispiel Deutschlands werden weitere Geber folgen. Wir haben zwar den Willen und einen Plan, aber wir haben kein Geld. Ich hoffe, dass auch weitere Staaten helfen werden, weil die Lage in diesen drei Flüchtlingslagern dramatisch ist“, so Jessen Petersen.

Nach dem von der UNMIK ausgearbeiteten Plan werden die Bewohner der drei betroffenen Flüchtlingslager in Nord-Mitrovica in ein Militärcamp verlegt, wo bislang das französische KFOR-Kontingent stationiert war. In der Zwischenzeit würde die UNMIK aktiv daran weiterarbeiten, die Voraussetzungen für eine freiwillige Rückkehr der Roma, Aschkali und Ägypter in die Orte zu schaffen, wo sie vor dem Kosovo-Krieg lebten, so Jessen Petersen.

Zulfija Jakupi, Pristina

DW-RADIO/Serbisch, 14.10.2005, Fokus Ost-Südost