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Sport

Deutsche Handballer vergeben ersten Matchball

Deutschland musste bei der EM in Serbien gegen den WM-Zweiten Dänemark eine Niederlage einstecken. Damit haben die Handballer den vorzeitigen Einzug ins Halbfinale verpasst. Nun fällt die Entscheidung gegen Polen.

Holger Glandorf (v.) wirft, die dänischen Verteidiger wehren den Ball ab (Foto: AP/dapd)

Dänemark stoppt Deutschland

Die deutschen Handballer haben die erste Chance auf das EM-Halbfinale vergeben. Im zweiten Hauptrundenspiel verlor die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) in Belgrad mit 26:28 (14:17) gegen den WM-Zweiten Dänemark. Nach dem vorangegangenen 27:25-Erfolg Mazedoniens gegen Polen hätte der deutschen Mannschaft schon ein Punkt für das erste Halbfinale seit der EM 2008 genügt. Damit kommt es zum Abschluss der Gruppenspiele am Mittwoch (25.01.2012, 16.15 Uhr MEZ) gegen Polen zum Endspiel um den Halbfinaleinzug und einen Platz im Olympia-Qualifikationsturnier.

Selbstkritik nach der Pleite

Deutschlands Michael Haaß wirft auf das Tor, die Dänen verteidigen (Foto: AP/dapd)

Michael Haaß setzt sich durch

Beste deutsche Werfer bei der 31. Niederlage im 97. Duell (54 Siege) mit Dänemark waren Michael Haaß, Uwe Gensheimer, Lars Kaufmann und Christoph Theuerkauf mit jeweils vier Toren. "Wir haben den Abschluss zu früh gesucht und die Dänen nicht so in Bewegung gebracht. Wir haben noch eine Chance gegen Polen", sagte der erneut schwache Kapitän Pascal Hens, der seine eigene Leistung kurz und bündig mit einem Wort zusammenfasste: "Scheiße". Haas erklärte: "Das war der erste Matchball, eine Chance haben wir noch. Vielleicht wäre nur eine Chance besser gewesen. Jetzt haben wir die Situation, die wir vermeiden wollten."

Bundestrainer Martin Heuberger hatte sich vor der Partie als Fan des dänischen Handballs geoutet. "Handballerisch ist es eine Augenweide", erklärte Heuberger. Zuletzt bekamen er und seine Mannschaft die Spielkunst der Skandinavier beim Supercup im vorigen November vorgeführt, als es in Berlin eine 26:29-Niederlage gab. Auch die letzten wichtigen Duelle beider Teams waren verloren gegangen: Im EM-Halbfinale 2008 in Norwegen, in der Vorrunde bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking sowie in der Hauptrunde der WM 2009 in Kroatien.

Erfolgloser Systemwechsel

Bundestrainer Martin Heuberger gestikuliert (Foto: Axel Heimken/dapd)

Heubergers Plan ging daneben

Für die Begegnung mit den Dänen traf Heuberger wieder einmal eine überraschende Entscheidung. Er stellte Kapitän Pascal Hens in die Anfangsformation, obwohl dieser noch am Vortag wegen eines Magen-Darm-Infektes das Bett gehütet hatte. "Wir brauchen ihn gegen Dänemark", begründete er die Maßnahme. Zudem verzichtete der Bundestrainer auf eine Sonderbewachung für Dänemarks Rückraum-Ass und vertraute wieder der bislang stabilen Abwehrvariante. "Einen Systemwandel zu vollziehen, birgt Risiken", sagte er.

Das zahlte sich zunächst aus. Die deutsche Mannschaft erwischte vor rund 5000 Zuschauern in der Arena Belgrad einen glänzenden Start und setzte sich 5:1 (6.) ab. Eine frühe Auszeit von Dänemarks Trainer Ulrik Wilbek fruchtete dann nach dem 6:2 (7.). Der Vorsprung der DHB-Auswahl schmolz Tor um Tor und war beim 6:6 (13.) aufgebraucht. Doch ungeachtet dessen spielte das Team um den weiter glücklos, aber engagiert agierenden Pascal Hens mit großer Gelassenheit weiter und zog so wieder mit 10:8 (23.) in Front. Danach jedoch häuften sich auf einmal die Fehler in der Offensive. Diese nutzten die mit vier Bundesliga-Akteuren angetretenen Dänen eiskalt zu Kontertoren durch Anders Eggert und Hans Lindberg. Das Team von Bundestrainer Heuberger geriet so mit 11:14 (25.) ins Hintertreffen und ging mit einem 14:17-Rückstand in die Pause, weil die Skandinavier im Angriff weitaus effektiver waren.

Unaufmerksamkeiten hielten an

Der deutsche Handballer Uwe Gensheimer wird nach dem Abpfiff vom EM-Maskottchen Tasa umarmt (Foto: dpa)

Trost vom EM-Maskottchen

Vor allem mit ihrem blitzschnellen Konterspiel hielten die Dänen das deutsche Team auf Distanz. Die DHB-Auswahl hatte sich mühevoll auf 16:18 (35.) herangekämpft, da sorgten drei Treffer aus Tempogegenstößen beim 16:21 (38.) für ein Fünf-Tore-Minus. Danach stemmte sich der WM-Elfte zwar mit allen Mitteln gegen die drohende zweite Turnierniederlage, konnte sie aber nicht mehr abwenden. "Dänemark ist nicht umsonst Vize-Weltmeister, das ist eine ganz ausgebuffte Mannschaft. Wir waren einfach nicht clever genug", resümierte Bundestrainer Heuberger.

Autor: Calle Kops (sid, dpa)
Redaktion: Wolfgang van Kann

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