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Aktuell Amerika

Deutsche Geiseln in Freiheit

Die beiden in Kolumbien entführten Touristen sind wieder frei. Vier Monate nach ihrer Verschleppung wurden die Rentner aus Bayern und Hessen von der ELN-Guerilla an das Internationale Rote Kreuz überstellt.

"Wir freuen uns, dass diese beiden Menschen wieder frei sind", sagte der Leiter der kolumbianischen IKRK-Delegation, der Spanier Jordi Raich, in Bogotá. Die beiden Männer wurden noch am Abend von Vertretern der deutschen Botschaft in Empfang genommen.

"Ich bin sehr erleichtert, dass die beiden Deutschen wieder frei und in sicherer Obhut der deutschen Botschaft sind", erklärte Außenminister Guido Westerwelle in Berlin. "Damit haben auch für ihre Familien viele Wochen der Angst und Ungewissheit ein gutes Ende gefunden. Wir hoffen, dass sie so bald wie möglich zu ihren Familien nach Deutschland zurückkehren können."

Für Spione gehalten

Die linke Rebellen-Gruppe hatte die beiden Weltreisenden vor drei Monaten in der Nähe der Grenze zu Venezuela in ihre Gewalt gebracht. Die Rebellen gingen nach eigener Darstellung zunächst davon aus, dass es sich um Spione handelte. Die Männer hätten nicht erklären können, warum sie in der dünn besiedelten Gegend unterwegs gewesen seien.

Mit dem Geländewagen durch Lateinamerika

Die kolumbianische Regierung hatte Ende Februar Vertreter des Roten Kreuzes gebeten, die Freilassung zu erwirken. Präsident Juan Manuel Santos erklärte damals, die Rebellen hätten zugestimmt, die Männer der Hilfsorganisation zu übergeben.

Bei den Entführten handelt es sich um zwei Rentner aus Bayern und Südhessen. Die Brüder im Alter von 69 und 72 Jahren waren in einem Geländewagen durch Lateinamerika gereist. Sie wurden am 3. November im ölreichen Nordosten Kolumbiens von Rebellen der "Nationalen Befreiungsarmee" (ELN) verschleppt.

Die Entführung war erst Anfang Februar bekanntgeworden, als die ELN-Guerilla die Familien der Geiseln anschrieb und Informationen über sie verlangte. Mitte Februar hatte die ELN bereits zwei Peruaner und drei Kolumbianer freigelassen, die sie einen Monat zuvor in der nördlichen Provinz Bolívar in einem Minenlager als Geiseln genommen hatte. Ein ebenfalls dort von der ELN entführter Kanadier ist weiterhin in Gefangenschaft.

re/wl (KNA, afp, dpa, rtr)