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Rechtspopulismus

Deutsche Firmen schneiden "Breitbart"

Mehrere deutsche Unternehmen stoppen ihre Werbung auf der rechtsgerichteten US-amerikanischen Nachrichten- und Meinungswebseite "Breitbart". Sie fürchten offenbar um ihren Ruf.

BMW, die Restaurantkette Vapiano, Rewe und die Deutsche Telekom sorgen dafür, dass ihre Werbung nicht mehr bei "Breitbart" zu sehen ist. Grund seien die Inhalte des Portals, das dem designierten US-Präsidenten Donald Trump nahesteht, meldet die Nachrichtenagentur Associated Press. "Breitbart.com steht für Positionen, die im Gegensatz zu Vapianos Werten wie Offenheit und Toleranz stehen", heißt es in einer Mitteilung der Restaurantkette, die in Europa und den USA italienische Küche anbietet.

Die Deutsche Telekom ist auf dem US-amerikanischen Markt über ihr Tochterunternehmen T-Mobile vertreten und dort der drittgrößte Mobilfunkanbieter. Auf Anfrage der Deutschen Welle schrieb ein Telekom-Vertreter: "Die Deutsche Telekom duldet in keinster Weise diskriminierende Handlungen oder Äußerungen. Wir bedauern sehr, dass trotz unseres Qualitätsanspruches auf 'Breitbart' Telekom-Werbung angezeigt wurde. Wir haben sofort reagiert, die Werbung dort herausnehmen lassen und die Seite auf eine Blacklist gesetzt, um dort Telekom-Werbung auszuschließen.‎"  

USA Trump Berater Stephen Bannon (picture-alliance/AP Photo/G. Herbert)

Der frühere "Breitbart"-Chef Stephen Bannon soll Trumps Chefstratege im Weißen Haus werden

"Breitbart" wütend über Kellogg's-Rückzug

Der Rückzug der deutschen Unternehmen fällt mit Twitter-Kampagnen zusammen, die Firmen unter Druck setzen, ihre Werbezahlungen an rechtsextreme Webseiten einzustellen. Es geht um die deutsche Kampagne "Kein Geld für Rechts" und "Stop Funding Hate" in Großbritannien.

Vergangene Woche zog auch die Lebensmittelfirma Kellogg's ihre Werbung von der "Breitbart"-Seite zurück und begründete das damit, ihre "Werte" stimmten nicht mit denen überein, die auf "Breitbart" vertreten würden. "Breitbart" reagierte mit einem Schwall von Anti-Kellogg's-Artikeln, warf dem Unternehmen "Linksextremismus" vor und rief zu einem Boykott von Kellogg's-Produkten auf.

Die angeblich "linken Anliegen und Projekte", die Kellogg's unterstützt, sind laut Homepage des Unternehmens die Kinderrechtsorganisation Save the Children, die US-amerikanische Frauenrechtsorganisation Ms. Foundation for Women und der World Wildlife Fund.

"Breitbart" will, so heißt es, auf den deutschen und französischen Markt expandieren. Rechtspopulistische Politiker erhoffen sich davon Unterstützung.

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