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Wirtschaft

Deutsche Firmen in den USA optimistisch

Die internationalen Finanzmärkte mögen nervös sein, die Konjunktur schwach: Das alles ficht deutsche Unternehmen in den USA nicht an. Sie blicken voller Zuversicht in die Zukunft.

Eine deutsche und eine US-Flagge (Foto: dpa)

Siemens-Schriftzug an einem Gebäude, im Vordergrund die amerikanische Flagge (Foto: Miriam Braun / DW)

Siemens sucht in den USA 3000 Fachkräfte

Siemens nennt es ein "Rekordjahr". Andere deutsche Unternehmen in den USA sprechen von einem "Boom". Im ablaufenden Jahr konnten fast drei Viertel der deutschen Firmen in Amerika ihren Umsatz steigern, heißt es bei in einer Umfrage der Deutsch-Amerikanischen Handelskammern, die am Dienstag (06.12.2011) in New York vorgestellt wurde. 1900 Niederlassungen deutscher Unternehmen wurden befragt. Fast alle blicken zuversichtlich in die Zukunft. "Es läuft sehr gut in der Automobilindustrie, auch zum Teil in der chemischen Industrie. Wir haben im Moment keine wirklich schwerwiegenden Einbrüche in irgendeiner Branche zu verzeichnen", erklärte der Delegierte der Deutschen Wirtschaft in den USA, Thomas Zielke, gegenüber der Deutschen Welle.

Die Aussichten bleiben rosig, so die Umfrage. 86 Prozent der deutschen Industrie erwarten 2012 "moderates bis starkes Wachstum" für das eigene Unternehmen. Das erstaunt umso mehr im Hinblick darauf, dass vor allem die Schuldenkrise auf beiden Seiten des Atlantiks die Schlagzeilen beherrscht und die meisten Wirtschaftsinstitute eher skeptisch in die Zukunft blicken. Michael Kruklinski von Siemens USA glaubt jedoch - wie fast alle deutschen Unternehmen - nicht an eine Rezession in den USA. Vielmehr rechnet er in den kommenden Jahren mit Wachstumsraten von zwei bis drei Prozent.

Auch in den USA Fachkräfte gesucht

Porsche-Sportwagen (Foto: dapd)

Deutsche Autobauer: Gute Geschäfte in den USA

Siemens und andere deutsche Unternehmen, die in den USA produzieren, haben nach wie vor große Schwierigkeiten, qualifizierte Fachkräfte zu finden. Das liegt, so hieß es am Rande der Pressekonferenz in New York, vor allem am amerikanischen Schulsystem. Kein Wunder, dass sich die deutsche Wirtschaft in den USA eine Stärkung des amerikanischen Bildungssystems wünscht. Der Besuch einer amerikanischen Universität sei oft viel zu teuer, so Vertreter der deutschen Industrie. Um dem Fachkräftemangel zumindest teilweise zu beheben, bleibt den deutschen Unternehmen nichts anderes übrig, als verstärkt selbst auszubilden. Oft reicht das aber nicht aus. Allein Siemens kann derzeit 3000 offene Stellen nicht besetzen, so Michael Kruklinski. Insgesamt 67 Prozent der befragten deutschen Unternehmen in den USA wollen 2012 mehr Personal einstellen.

“Made in Germany” habe in den USA nach wie vor einen sehr guten Ruf, so Thomas Zielke. Es stehe für ein hohes Maß an Qualität bei Produkten und Dienstleistungen. Freilich profitiert die deutsche Exportwirtschaft auch vom schwachen Dollar. Eine Herausforderung für viele deutsche Firmen in den USA stellen hingegen steigende Materialkosten dar. Die Mehrheit der deutschen Unternehmen rechnen für 2012 mit höheren Rohstoffpreisen.

Damit Amerika wettbewerbsfähiger werden könne, müssten vor allem die öffentlichen Haushalte konsolidiert werden, so die Umfrage unter deutschen Firmen. Deutsche Manager in den USA wünschen sich ferner eine Reform und eine Vereinfachung des Steuersystems in Amerika. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Entscheidungsunfähigkeit von Demokraten und Republikanern im amerikanischen Kongress sind das jedoch fromme Wünsche.

Autor: Miodrag Soric, New York
Redaktion: Rolf Wenkel

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