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Wirtschaft

Deutsche Exporte bleiben auf Kurs

Trotz der Einbußen im März dürften die deutschen Exporte mittelfristig stabil bleiben. Eine günstige Konjunktur und die Erholung der südeuropäischen Länder leisten Vorschub. Die Ukrainekrise bleibt ein Risiko.

Der März meinte es nicht gut mit dem deutschen Außenhandel. Die Nachfrage nach deutschen Gütern

stagnierte in Europa und sank in den USA

, und so fielen die Exporte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Container. Foto: Marcus Brandt/dpa

Nicht nur Investitionsgüter...

Kein Grund zur Sorge, meint der Präsident des Bundesverbandes für Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, im Gespräch mit der DW: "Weil wir es hauptsächlich mit Investitionsgütern zu tun haben, sind das normale zyklische Schwankungen." Unter Investitionsgütern, auch Betriebsmittel, versteht man langlebige Waren und Anlagen, die nötig sind, um den langfristigen Erfolg von Unternehmen zu sichern - also zum Beispiel hochwertige Produktionsmaschinen.

Das Geschäft mit Russland und der Ukraine sei "ins Stottern geraten", doch weise die langsame

Stabilisierung

der

südeuropäischen Länder

und das überproportionale Wachstum der Nicht-Eurozone - und insbesondere in Asien und den USA - mittelfristig in eine positive Richtung: "Der Boden ist da und ich denke, dass wir optimistisch in die Zukunft sehen können."

Optimistische Prognose

Die Jahresprognose des BGA sei immer noch zu halten - und die liegt bei einem Ausfuhr-Plus von dreieinhalb bis vier Prozent. Tatsächlich steht Deutschland im Vergleich zum Vorjahr schon jetzt nicht schlecht da: Die Unternehmen exportierten 1,9 Prozent mehr als im März 2013, insgesamt Güter im Wert von 96 Milliarden Euro. Im gesamten ersten Quartal 2014 übertrafen die Exporte ihr Vorjahresniveau um mehr als drei Prozent.

Eingeführt hat Deutschland Waren im Wert von 79,6 Milliarden Euro, rund 0,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Somit schloss die Außenhandelsbilanz mit einem Überschuss von 16,4 Milliarden Euro ab - 2,5 Milliarden Euro weniger als vor einem Jahr.

"Die Kritik, die man uns immer entgegenbringt, dass wir auf Kosten der Defizitländer leben, stimmt so nicht", relativiert Börner. Vielmehr befördere die Weltkonjunktur das Wachstum: "Wir haben 2000 Milliarden im Außenhandel letztes Jahr überschritten. Auf diese gewaltige Summe dann nochmals drei Prozent drauf zu packen - das sind in absoluten Größenordnungen unvorstellbare Zahlen."

Ausgleichendes Dienstleistungsgeschäft

BMW-Werk Spartanburg in den USA. Foto: Fred Rollison/BMW

... sondern auch Dienstleistungen und Know-How aus Deutschland werden exportiert

Auch wenn ein starker Euro deutsche Produkte auf den Weltmärkten derzeit teurer macht, könnte der Dienstleistungssektor langfristig Umsatzeinbußen bei den Investitionsgütern ausgleichen: Für das Jahr 2030 rechnet der BGA damit, dass der Dienstleistungsexport aus Deutschland den gleichen Wert haben wird wie der Güterexport.

Zudem sei "Deutschland hochspezialisiert in allen Sektoren für die Probleme des 21. Jahrhunderts, von der Energie bis zum Gesundheitswesen. Deshalb werden wir langfristig ein erfolgreiches Exportland bleiben", glaubt BDA-Präsident Börner.

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