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Fokus Osteuropa

Deutsche Energie-Kredite für Armenien

In Armenien sollen künftig erneuerbare Energien nutzbar gemacht werden. Um die Abhängigkeit von seinem AKW, dessen Stillegung die EU fordert, zu überwinden, benötigt Jerewan Experten zufolge eine Milliarde Euro.

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Solar-Energie als Alternative zur Atomkraft in Armenien?

Gleich zwei armenisch-deutsche Regierungsabkommen sind am Donnerstag (7.4.) in Jerewan unterzeichnet worden. Schon bald wird die deutsche Bundesregierung Armenien einen Zuschuss in Höhe 2,2 Millionen Euro zur Lösung mehrerer Umweltprobleme gewähren. Mit dem zweiten Abkommen werden 7,5 Millionen Euro zur Entwicklung erneuerbarer Energien bereitgestellt. Dabei handelt es sich vor allem um den Bau mehrerer kleiner Elektrizitätswerke. Aber es nicht ausgeschlossen, dass ein Teil der Mittel für den Bau von Solaranlagen verwendet wird.

Jerewan mit Kreditbedingungen zufrieden

Armenien wird Deutschland nur sechs Millionen Euro zurückzahlen müssen, die Jerewan als günstigen Kredit mit einer Laufzeit von 40 Jahren erhält. Die erste Tilgung muss erst in zehn Jahren erfolgen. Dem armenischen Finanz- und Wirtschaftsminister Wardan Chatschatrjan zufolge ist dies ein sehr günstiger Kredit. Er stehe aber in keinem Zusammenhang mit der Forderung der Europäischen Union, das armenische Atomkraftwerk zu schließen. Die EU fordert seit langem die Stillegung des Atomkraftwerks Medsamor und ist bereit, dafür 100 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

Alternative Energiequellen oder neues AKW

Armenischen Experten zufolge benötigt das Land mindestes eine Milliarde Euro, um Ersatzkapazitäten für das AKW Medsamor zu schaffen,. In Armenien ist man sich dessen bewusst, dass früher oder später das Atomkraftwerk geschlossen werden muss - aber vor dem Jahr 2015 rechnet niemand damit, denn Armenien will seine Unabhängigkeit in der Stromversorgung nicht verlieren. Die Internationale Atomenergiebehörde vertritt die Ansicht, dass in dieser Zeit die Kapazitäten des Atomkraftwerks mit alternativen Quellen ersetzt werden könnten oder ein neues Atomkraftwerk gebaut werden könnte. Das geht aus Experten-Berichten der Internationalen Atomenergiebehörde hervor.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Der armenische Minister sagte, die mit der deutschen Bundesregierung unterzeichneten neuen Abkommen erlaubten, in Armenien gleich mehrere Wasserkraftwerke zu errichten, was den Umweltschutz verbessern werde. Die deutsche Botschafterin in Jerewan, Heike Renate Peitsch, unterstrich, Armenien sei ein verlässlicher Partner Deutschlands und die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern werde fortgesetzt.

Aschot Gasasjan, Jerewan
DW-RADIO/Russisch, 7.4.2005, Fokus Ost-Südost