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Aktuell Deutschland

Deutsche Dschihadisten auch in Somalia

Nicht nur in Syrien und dem Irak kämpfen junge Männer aus Deutschland für islamistische Terrorgruppen - auch in Somalia sind offenbar deutsche Extremisten aktiv.

Insgesamt 15 deutsche Dschihadisten kämpfen nach einem Bericht des Magazins "Focus" auf der Seite der islamistischen Terrororganisation Al-Shabaab im ostafrikanischen Somalia. Dies gehe aus der Anklage der Bundesanwaltschaft gegen sechs Bonner Somalia-Rückkehrer hervor, heißt es in dem Blatt.

Anschläge und Terrorangriffe

Die Al-Shabaab-Miliz (Artikelbild) verbreitet in Somalia und in Nachbarländern wie Kenia Angst und Schrecken. Immer wieder verübt die Organisation Anschläge und Terrorangriffe mit vielen Toten. Erst am Freitag waren bei einem Überfall der Dschihadisten auf zwei somalische Militärposten 25 Menschen getötet worden, zehn Soldaten und 15 Islamisten. Seit 2008 steht Al-Shabaab auf der US-Liste terroristischer Organisationen.

Fünf der angeklagten Bonner Dschihadisten hätten in einem Trainingscamp von Al-Shabaab eine monatelange Ausbildung an schweren Waffen und Handgranaten erhalten, schreibt der "Focus" weiter. Danach seien sie an der Front gegen somalische Regierungstruppen eingesetzt worden. Einige aus der Gruppe rechneten laut Anklage damit, als Selbstmordattentäter zu sterben und hatten von sich Abschiedsvideos drehen lassen.

Flucht in Kenia gestoppt

Angesichts der Gefahr durch die Drohnenangriffe durch US-Streitkräfte und wegen der Streitigkeiten in der Führung von Al-Schabaab hätten die Angeklagten aber nach rund einem Jahr genug vom Kämpfen gehabt und seien aus Somalia geflohen. Im August 2014 wurden sie in der kenianischen Hauptstadt Nairobi von Sicherheitskräften festgesetzt und nach Deutschland abgeschoben, so das Magazin.

Weiter heißt es, nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft wollten zwischen 2008 und 2014 insgesamt etwa 30 deutsche Extremisten in die Krisenregion am Horn von Afrika reisen, um sich der Terrormiliz anzuschließen.

wl/gmf (dpa, kna)