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Türkei

Deutsche Diplomaten besuchen inhaftierte Journalistin Tolu in Istanbul

Erstmals hat die in der Türkei inhaftierte deutsche Journalistin Mesale Tolu Besuch von deutschen Diplomaten erhalten. Das Treffen war seit langem überfällig gewesen.

Mitarbeiter des deutschen Generalkonsulats in Istanbul konnten die 33-jährige Übersetzerin und Journalistin in Haft besuchen. In dem 90-minütigen Gespräch hätten sie sich davon überzeugt, dass es Tolu "den Umständen entsprechend gut geht", hieß es vom Auswärtigen Amt in Berlin.

Die aus Ulm stammende Mutter eines zweijährigen Sohnes war Ende April in Istanbul festgenommen worden und sitzt mit ihrem Kind im Istanbuler Frauengefängnis Bakirköy. Die Journalistin der linken Nachrichtenagentur ETHA besitzt nur die deutsche Staatsbürgerschaft, nachdem sie die türkische vor einigen Jahren abgegeben hatte.

Völkerrechtlicher Anspruch

Deutschland hat daher einen völkerrechtlichen Anspruch auf konsularische Betreuung. Trotzdem wurde dem Konsulat seit ihrer Festnahme vor gut vier Wochen der Zugang zu Tolu verweigert. Tolu ist eine von sechs deutschen oder deutsch-türkischen Staatsbürgern, die in der Türkei in Haft sitzen. Unter ihnen ist auch der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel, der seit Mitte Februar wegen "Terrorpropaganda" und "Volksverhetzung" inhaftiert ist. Sein Fall hat in Deutschland zu scharfer Kritik geführt, die Bundesregierung dringt seit Monaten auf Yücels Freilassung.

Angespanntes deutsch-türkisches Verhältnis

Die Beziehungen zwischen der Deutschland und der Türkei sind deshalb angespannt. Hinzu kommt, dass deutschen Abgeordneten erneut ein Besuch bei den rund 250 Bundeswehr-Soldaten auf dem Militärstützpunkt Incirlik verweigert wurde.

Weiter unklar ist, ob Bundesaußenminister Sigmar Gabriel am Montag in die Türkei reisen wird. Gabriel wolle sobald wie möglich fliegen, hieß es beim Auswärtigen Amt. Ein Zeitpunkt wurde indes nicht genannt. Nach türkischen Angaben wird Gabriel am Montag im Land erwartet.

uh/kle (afp, rtr)

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