1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sport

Deutsche Biathleten bleiben ohne WM-Medaille

Die deutschen Biathleten haben bei der Weltmeisterschaft in Ruhpolding im Einzel-Wettbewerb keine Medaille gewonnen. Die Damen wollen es in ihrem Einzelrennen besser machen als Birnbacher, Peiffer und Greis.

Michael Greis auf der Strecke (Foto: dapd)

Michael Greis auf der Strecke (Foto: dapd)

Der slowenische Sieger Jakov Fak schiesst (Foto: dapd)

Sieger Jakov Fak beim Schießen

Andreas Birnbacher und Arnd Peiffer haben mit einem Fehler beim letzten Schuss die erste WM-Medaille für die deutschen Männer aus der Hand gegeben. Auch Michael Greis patzte auf Medaillenkurs liegend erst kurz vor Schluss. Birnbacher lag im Ziel über die 20 km als Vierter nur 0,8 Sekunden hinter dem Tschechen Jaroslav Soukup, der ihm hinter dem Überraschungssieger Jakov Fak aus Slowenien und dem Franzosen Simon Fourcade die Bronzemedaille wegschnappte. Peiffer leistete sich vor 26.000 Zuschauern in Ruhpolding sogar zwei Fehler im letzten Anschlag und wurde letztlich sogar nur Siebter, Greis belegte Platz elf.

Frustspiele statt Lustspiele für die Herren

Andreas Birnbacher im Ziel (Foto: dapd)

Andreas Birnbacher kommt ins Ziel

"Es wäre heute so leicht gewesen. Aber das letzte Schießen ist auch das schwerste Schießen. Gerade die letzten beiden Fehler sind ärgerlich, mit einem wäre ich vorn dabei gewesen", sagte Peiffer. Auch Birnbacher war frustriert: "Bei der WM geht es um Medaillen. Beim Fehler wollte ich zu sehr drücken." Immerhin hatten Birnbacher und Co. ihre Ankündigung wahr gemacht, "im Einzel greifen wir an". Bundestrainer Uwe Müssiggang haderte mit dem Schicksal: "Es ist bitter, weil drei Leute mit Chancen auf Gold beim letzten Schießen waren und dann alle einen Fehler geschossen haben. Wir wollten aus eigener Kraft um die Medaillen mitlaufen, das hat die Mannschaft eindrucksvoll bewiesen", sagte Müssiggang.

Für Simon Schempp, der zum Weltcupauftakt in Östersund in Schweden mit Platz drei über die 20 km überzeugt hatte, war das Rennen nach drei Fehlern im ersten Liegendschießen frühzeitig gelaufen.

Neuner vor dem letzten Klassiker ihrer Karriere

Magdalena Neuner lächelt während des Trainings (Foto: dapd)

Magdalena Neuner trainiert gut gelaunt: Für sie zählt nur die Goldmedaille

Gold soll es sein, nicht mehr und nicht weniger: Magdalena Neuner strotzt vor Selbstbewusstsein. Der deutsche Biathlon-Superstar will elf Tage vor dem Karriereende in ihrem letzten Klassiker über 15 km endlich auf dem Treppchen stehen. Und warum sollte sie sich auch Gedanken über Silber oder Bronze machen? Nach dem ersten kompletten Medaillensatz bei der Heim-WM in Ruhpolding mit Gold im Sprint, Silber in der Verfolgung und Bronze in der Mixedstaffel greift Neuner am Mittwoch (07.03.2012) nach dem Titel. "Ich habe den Traum, im Einzel Gold zu gewinnen. Das ist der letzte Titel, der mir noch fehlt", sagte Neuner. Bereits zuvor hatte sie klar gestellt: "Ich fühle mich jetzt reif, auch im Einzel zu gewinnen."

Magdalena Neuner hat 33 Weltcupsiege auf dem Konto und bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen 19 Medaillen gewonnen. In dieser Saison lief sie in Östersund und Nove Mesto über die 15 km jeweils auf den dritten Platz und deutete bereits an, wie stark sie im Klassiker sein kann. "Ich bin gut vorbereitet und werde mich nicht ablenken lassen", sagte sie.

Auch Andrea Henkel will eine Medaille

Andrea Henkel kommt zum Liegendschiessen (Foto: dapd)

Auch Henkel will aufs Treppchen

Neben Neuner schickt der Deutsche Skiverband (DSV) noch Andrea Henkel, Tina Bachmann und Miriam Gössner ins Rennen. Staffelweltmeisterin Gössner erhielt dabei den Vorzug vor Franziska Hildebrand. "Für Miri spricht die gute Form hier bei der WM, vor allem der starke Verfolger. Franzi ist insgesamt ein bisschen müde", sagte Frauen-Trainer Gerald Hönig.

Auf Medaillenjagd geht auch Andrea Henkel. Die "Grande Dame" der deutschen Mannschaft war in der Verfolgung sogar 3,4 Sekunden schneller als Weltmeisterin Darja Domratschewa, doch das reichte nach einem schwachen Sprint nur für eine Verbesserung von Platz 34 auf elf. "In den Wettkämpfen mit viermal Schießen gehöre ich zu den Medaillenkandidatinnen", sagt die siebenmalige Weltmeisterin selbstbewusst. Henkel, die über die 15 km bereits Olympia- und WM-Gold gewonnen und als einzige Biathletin Weltmeistertitel in allen Einzel-Disziplinen gesammelt hat, haderte zuletzt mit dem Klassiker. "In den letzten Jahren hat es nicht so funktioniert, außer im letzten Jahr hier in Ruhpolding mit dem zweiten Platz", sagt Henkel und schöpft daraus Mut für den Mittwoch: "Das stimmt schon positiv, dass ich hier vor einem Jahr aufs Podium gelaufen bin." Neben Neuner sind schließlich noch zwei Plätze frei auf dem Podest.

Autor: Calle Kops (sid/dpa)
Redaktion: Olivia Fritz