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Studie

Deutsche Bankenbranche als Schlusslicht

Deutsche Banken sind nach Einschätzung amerikanischer Marktbeobachter Schlusslichter im internationalen Bankenvergleich. Sie hinken demnach beim Wachstum und bei der Eigenkapitalrendite hinterher.

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Deutsche Banken im Hintertreffen

Eine Lücke klaffe da zwischen den Erfolgen amerikanischer, aber auch Schweizer und japanischer Banken und den Ergebnissen der Finanzbranche aus Deutschland. So stellt es die US-Beratungsfirma Bain & Company in einer neuen Studie fest. Das gelte für große wie kleine Banken aus Deutschland.

Bain & Company weist darauf hin, die eigene Firma gehöre nicht zur Investmentfirma Bain Capital mit Sitz in Boston, die von Mitt Romney gegründet und lange geleitet wurde. Romney ist derzeit als Außenminister der ersten Regierung unter dem gewählten US-Präsidenten Trump im Gespräch. Bei Bain & Company habe Romney aber auch früher gearbeitet.

San Francisco 555 California Street Bank of America Building (Imago/UPI Photo)

Bank of America in San Francisco

Schwaches Wachstum 

Die Bain-Studie fasst ihre Untersuchungen der Banken in folgendes Fazit: "In keinem anderen Land fiel das Wachstum der Banken so schwach aus wie in Deutschland. Trotz immer niedrigerer Zinsen stieg hierzulande etwa die Kreditvergabe an Firmenkunden zuletzt nur in homöopathischen Dosen. Zugleich fällt es den Instituten in keinem anderen Land so schwer wie in Deutschland, eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften."     

Die Bilanzsumme der Banken in Deutschland sei zwischen 2004 und 2015 lediglich um 1,3 Prozent im Jahr gewachsen und 2015 sogar gesunken. Dagegen legten die Banken in den USA um 5,5 Prozent zu. Aber auch Banken in der Schweiz und in Frankreich hätten ähnlich zugelegt. Deshalb werde auch der Anteil der Banken am deutschen Bruttosozialprodukt immer kleiner.

Problem Rendite

"Die Eigenkapitalrendite nach Steuern lag hierzulande in den Nachkrisenjahren 2012 bis 2015 im Durchschnitt bei gerade einmal zwei Prozent", stellt die in München herausgegebene Bain-Studie fest. Dagegen brachten es Banken in den USA nach diesen Zahlen auf eine Rendite auf das Eigenkapital von durchschnittlich neun Prozent, in Frankreich und der Schweiz waren es im Schnitt fünf Prozent. Hätte man also in Deutschland 100 Euro in Banken investiert, so hätte man im Schnitt seit 2004 nur zwei Euro im Jahr verdient, in den USA aber acht Euro.

Die deutschen Banken könnte sich bei den Gründen für diese Unterschiede auch nicht auf Sondereinflüsse zurückziehen, so Bain & Company: "Der Renditerückstand der deutschen Institute resultiert im Wesentlichen aus dem operativen Geschäft."  Deutsche Banken seien nämlich viel stärker als ihre Konkurrenten anderswo auf das klassische Kreditgeschäft konzentriert. Der Anteil des Zinsüberschusses am Rohertrag hätte 2015 im Durchschnitt auf 73 Prozent gelegen. "Traditionell finanzieren sich deutsche Unternehmen mehr über Bankkredite und weniger über den Kapitalmarkt."

Der Ertragsmix der Konkurrenz aus den USA, Frankreich oder Schweiz sei deutlich ausgeglichener. Deutsche Banken dagegen belegten "mit ihrem Beitrag des Provisionsüberschusses zur Eigenkapitalrendite von nur sieben Prozent den vorletzten Platz".

Aufräumarbeiten

Bei den Kosten bescheinigt die Studie der US-amerikanischen Beratungsfirma den deutschen Finanzhäusern immerhin, hier sei "auf den ersten Blick tatsächlich viel passiert": Die Zahl der Beschäftigten in der Branche sei seit 2004 um zehn Prozent zurückgegangen. Auch ihr Filialnetz hätten die Banken in Deutschland um 15 Prozent gestrafft. Allerdings gebe es immer noch 30.000 Bankfilialen im Land, während es in Japan mit seiner größeren Bevölkerung nur 14.000 Filialen seien. Und der Blick nach Japan relativiere auch den Erfolg beim Beschäftigungsabbau: Japan komme  "nach wie vor mit nicht einmal halb so vielen Bankern wie Deutschland aus".

ar/hb (rtr - Bain)   

  

 

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