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Wirtschaft

Deutsche Bank weist trotz Finanzmarktkrise wieder Gewinn aus

Unter der internationalen Finanzmarktkrise leidet auch die Deutsche Bank. Zwar schreibt sie im zweiten Quartal schwarze Zahlen, aber die Gewinne fallen deutlich geringer aus als im Vorjahreszeitraum.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann lacht (AP Foto)

Grund zur Freude für Deutsche-Bank-Chef Ackermann: die Deutsche Bank macht wieder Gewinn

Die Deutsche Bank kann im zweiten Quartal einen Gewinn nach Steuern von 645 Millionen Euro vorweisen, teilte das Unternehmen in Frankfurt mit. Trotzdem macht die weltweite Finanzkrise der Bank weiterhin zu schaffen. Josef Ackermann, der Vorstandschef der Deutschen Bank, warnte, das zweite Quartal habe "die Bankenbranche erneut vor große Herausforderungen gestellt". Im Vorjahreszeitraum lag der Gewinn mit 1,8 Milliarden Euro noch deutlich höher. Wertberichtigungen von 2,3 Milliarden Euro ließen auch den Vorsteuergewinn von 2,7 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 642 Millionen Euro schrumpfen.

Deutsche Bank Gebäude in Frankfurt

Auch die Deutsche Bank leider unter der Finanzmarktkrise

Im ersten Quartal hatte die Deutsche Bank wegen der internationalen Finanzmarktkrise den ersten Verlust seit fünf Jahren geschrieben. Seit Beginn der Krise im Sommer 2007 haben sich die Belastungen der Deutschen Bank auf über sieben Milliarden Euro summiert.

"Schwieriges Marktumfeld"

Ackermann erklärte in einem Brief an die Aktionäre, dass sich die Marktbedingungen im Juni nach Anzeichen der Stabilisierung im April wieder verschlechtert hätten und so die Geschäfte der Finanzbranche negativ beeinflussten. Als Gründe für die verschlechterte Lage nannte er die fortgesetzte Immobilienkrise in den USA und den starken Anstieg des Rohölpreises. Auch "steigende Preise bei Nahrungsmitteln und anderen wichtigen Verbrauchsgütern bereiteten Sorgen", sagte der Deutsche-Bank-Chef. Zudem seien viele Banken wegen der weiterhin schwierigen Bedingungen auf den Kredit- und Geldmärkten gezwungen, neues Eigenkapital aufzunehmen.

Besonders das Investmentbanking - das Hauptstandbein des Konzerns - sei von dem "schwierigen Marktumfeld" schwer belastet, erklärte Ackermann. Dieser Unternehmensbereich habe im zweiten Quartal einen Vorsteuerverlust von 311 Millionen Euro verbuchen müssen. Dafür konnte die Bank in anderen "stabilen" Geschäftsfeldern durch bessere Privatkundengeschäfte und Beteiligungsverkäufe Gewinne erzielen.

Übernahmen möglich

Postbank-Logo (AP Foto)

Wird die Postbank von der Deutschen Bank übernommen?

"Wir halten an unserem strikten Kosten-, Risiko- und Kapitalmanagement fest und werden unser Engagement in kritischen Bereichen weiter zurückfahren", erklärte Ackermann das Vorgehen gegen die genannten Herausforderungen. Die vergleichsweise guten Ergebnisse wolle man außerdem nutzen, um Marktanteile zu gewinnen. Wiederholt verkündete die Deutsche Bank Interesse an Übernahmen in Deutschland. In der Branche wird schon seit Monaten darüber spekuliert, dass die Postbank und die Dresdner Bank den Eigentümer wechseln könnten.

Prognosen verhalten

Mit Prognosen für die zweite Jahreshälfte sei er vorsichtig, sagte Ackermann. Experten zufolge muss die Deutsche Bank in den kommenden Monaten mit weiteren Abschreibungen in Millionenhöhe rechnen. (tge)

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