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Wirtschaft

Deutsche Bank schreibt 6,8 Milliarden Verlust

Das größte Geldhaus in Deutschland ist im vergangenen Jahr in tiefrote Zahlen gerutscht. Auch 2016 wird ein hartes Jahr für die Deutsche Bank und ihre Aktionäre.

Das Kerngeschäft der Deutschen Bank ist Ende 2015 eingebrochen. Die Investmentbanking-Sparte lieferte im vierten Quartal einen Vorsteuerverlust von knapp 1,2 Milliarden Euro ab, wie Deutschlands größtes Geldhaus am Donnerstag mitteilte. Die Erträge der Sparte schrumpften um 30 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Die Bank verwies auf Bewertungsanpassungen im Handel mit festverzinslichen Papieren und ein schwieriges Marktumfeld.

Dass auch im Gesamtkonzern 2015 tiefrote Zahlen zu Buche stehen, ist bereits seit einer Woche bekannt. Der neue Vorstandschef John Cryan hat der Bank abermals einen teuren Umbau verordnet. Außerdem zehren milliardenschwere Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten an der Bilanz.

2016 geht der Umbau weiter

Der Vorstand der Deutschen Bank bittet die Aktionäre beim Umbau des Instituts um Geduld. Für das laufende Jahr rechnet die Bank noch kaum mit zählbaren Erfolgen, wie aus einer Analysten-Präsentation vom Donnerstag hervorgeht. "2016 wird der Höhepunkt der Restrukturierung", hieß es dort. Die Einsparungen reichten voraussichtlich nur, um den Kostendruck abzufedern, die bereinigten Kosten dürften nicht zurückgehen. Die Deutsche Bank kalkuliert 2016 mit Restrukturierungskosten und Abfindungen von rund einer Milliarde Euro. Rechtsstreitigkeiten dürften das Institut immer noch belasten, auch wenn Vorstandschef John Cryan die Kosten dafür unter dem Niveau des vergangenen Jahres sieht.

Die Risikovorsorge für faule Kredite, die wegen der guten Konjunktur zuletzt auf historischen Tiefstständen lag, werde steigen. Im kriselnden Energiesektor sei die Bank allerdings weniger stark engagiert als andere Geldhäuser, und die Engagements dort seien gut abgesichert. Doch auch bei der geplanten Schrumpfung der Bilanz werde man in diesem Jahr nicht recht vorankommen. Der erwartete Rückgang der Bilanzrisiken (RWA) in der Abbau-Einheit NCOU werde durch steigende operative Risiken aufgewogen, so dass die Kapital verschlingenden RWA insgesamt stagnieren dürften, heißt es in der Präsentation.

zdh/ul (afp, dpa)