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Wirtschaft

Deutsche Bank schließt jede vierte Filiale

Bei der Deutschen Bank beginnt der Sparkurs: Rund ein Viertel der Filialen in Deutschland wird geschlossen, 3000 Stellen fallen weg. Das Management hält die Einschnitte für schmerzlich, aber notwendig.

Die Zahl der Standorte in Deutschland wird von 723 auf 535 verringert, vor allem in Ballungsräumen will Deutschlands größtes Geldhaus sein Filialnetz ausdünnen.

Dabei fallen 3000 Vollzeitstellen weg. Auf diesen Rahmen verständigte sich das Management nach monatelangen Verhandlungen mit dem Betriebsrat, wie die Bank mitteilte.

Die Bank wollte ihr Netz ursprünglich auf rund 500 Standorte reduzieren, hat sich nach monatelangen Verhandlungen mit dem Betriebsrat aber auf eine höhere Zahl verständigt. Gestrichen werden vor allem Zweigstellen in Großstädten, allen voran in Berlin, sowie in ländlichen Regionen, in denen die Bank wenig Potenzial sieht.

Dafür will das Institut bundesweit sieben Beratungscenter einrichten, die über die klassischen Öffnungszeiten hinaus für Kunden erreichbar sein sollen - vermutlich auch an einem Tag am Wochenende.

"Wir müssen unsere Kosten senken"

Über die Streichung von etwa 1000 weiteren Stellen in anderen Bereichen in Deutschland wird noch verhandelt. Die ersten der 188 betroffenen Filialen sollen im vierten Quartal dieses Jahres dicht gemacht werden, der Großteil dann im ersten Halbjahr 2017.

"Dieser Abbau ist schmerzlich, denn dahinter stehen viele Einzelschicksale", schrieb Vorstandschef John Cryan an die Mitarbeiter. "Aber wir müssen unsere Kosten senken und dabei gleichzeitig unsere Arbeit neu organisieren."

Die Verhandlungen über weiteren Jobabbau etwa in der IT oder der Kommunikation sollen möglichst bis Ende dieses Jahres abgeschlossen werden. Die Bank hatte im Oktober angekündigt, über den geplanten Postbank-Verkauf hinaus im eigenen Haus bis 2018 unter dem Strich 9000 Arbeitsplätze abbauen zu wollen, davon 4000 in Deutschland. An diesen Plänen hält der Dax-Konzern fest.

Über den Stellenabbau hinaus zieht sich die Bank aus zehn Auslandsmärkten zurück und dampft auch das Investmentbanking ein. 2015 hatte die Deutsche Bank auch wegen des Konzernumbaus einen Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro ausgewiesen.

bea/sti (dpa, reuters, afp)