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Wirtschaft

Deutsche Bank macht Schrumpfkur

Die neue Strategie der Deutschen Bank heißt Schrumpfen und Sparen. Sie will sich aus unprofitablen Geschäften zurückziehen, ihre geografische Präsenz reduzieren und ihr Filialnetz ausdünnen.

Die Tochter Postbank soll bis Ende 2016 an die Börse gebracht, das verbleibende "blaue" Filialnetz massiv ausgedünnt und die Investmentbank abgespeckt werden. Die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen lassen sich den Konzernumbau bis 2020 etwa 3,7 Milliarden Euro kosten.

Das Renditeziel schraubten sie herunter. Deutschlands größtes Geldhaus bleibe eine Universalbank, betonten sie am Montag. "Wir bleiben global, aber fokussieren uns geografisch; und wir bleiben universal, aber vermeiden, alles für jeden sein zu wollen."

Nur die kleine Lösung

Die Entscheidung über die neue Strategie war mit Spannung erwartet worden. Das Institut ächzt unter immer höheren Regulierungskosten, die im Branchenvergleich mageren Gewinne reichen den Investoren nicht mehr. Viele hatten deshalb auf den großen Wurf gehofft - eine Abspaltung des gesamten Privatkundengeschäfts, womit sich das Geldhaus in eine Filialbank und eine Investmentbank zerlegt hätte. Doch der Aufsichtsrat hatte sich am späten Freitagabend für die "kleine" Lösung entschieden - nur die Postbank wird verkauft.

Von den restlichen rund 700 "blauen" Filialen der Deutschen Bank auf dem Heimatmarkt sollen nun bis zum Jahr 2017 bis zu 200 Niederlassungen geschlossen werden, wie die Bank ankündigte. Aus sieben bis zehn Ländern will sich die Bank ganz oder teilweise zurückziehen. Die Präsenz in fünf weiteren europäischen Märkten soll erhalten bleiben. Die Investmentbank soll sich noch stärker aus wenig ertragreichen Geschäftsfeldern zurückziehen. Der Rohstoffhandel und bestimmte Derivategeschäfte werden aufgegeben. Zum Thema Stellenabbau hielt sich das Institut weiter bedeckt.

Mit der "Strategie 2020" erhoffen sich Jain und Fitschen zusätzlich zum laufenden Sparprogramm jährliche Kosteneinsparungen von 3,5 Milliarden Euro. Den Anlegern versprachen sie, künftig mindestens 50 Prozent in Form von Dividenden und möglicherweise Aktienrückkäufen auszuschütten. Das Führungsduo der Deutschen Bank kassierte auch das bisherige Renditeziel: Angepeilt werden jetzt nur noch mehr als zehn Prozent nach Steuern, bislang waren es zwölf Prozent - diese Marke wurde aaber nie erreicht.

wen/ul (dpa,rtr)