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Aktuell Deutschland

Deutsche Bank: höhere Einnahmen, weniger Gewinn

Vor ihrem radikalen Kurswechsel haben Altlasten der Deutschen Bank die Bilanz für das erste Quartal verdorben. Vor Steuern standen 1,48 Milliarden Euro Gewinn in den Büchern, zwölf Prozent weniger als vor einem Jahr.

Die Deutsche Bank hat vorzeitig ihre Zahlen für das erste Quartal bekanntgegeben. Demnach hat Deutschlands größtes Geldhaus im ersten Quartal trotz hoher Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten schwarze Zahlen geschrieben. Vor Steuern standen 1,48 Milliarden Euro Gewinn in den Büchern. Das sind zwölf Prozent weniger als vor einem Jahr.

Im ersten Quartal schrumpfte der Konzernüberschuss um 49 Prozent auf 559 Millionen Euro, wie das Institut mitteilte. Der auf die Aktionäre entfallende Überschuss halbierte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ebenfalls, und zwar auf 544 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt ein Vorsteuerergebnis von 1,4 Milliarden Euro und einen Überschuss von 655 Millionen erwartet.

Altlasten reißen Löcher in die Bilanz

Die Deutsche Bank hatte in der vergangenen Woche im Skandal um manipulierte Interbanken-Zinssätze wie den Libor einen Vergleich mit den Regulierern in den USA und Großbritannien geschlossen, der sie 2,5 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 2,3 Milliarden Euro) kostet. Es war die bislang höchste Strafe gegen ein internationales Geldhaus in diesem Fall und mehr als zuletzt angenommen. Weil die Rückstellungen für die Rekordstrafe nicht ausreichten, mussten nochmals 1,5 Milliarden Euro Rückstellungen nachgelegt werden.

Damit machten die Altlasten wieder einmal den Aufschwung im Tagesgeschäft zunichte. Die Einnahmen der Bank verbesserten sich zu Jahresbeginn vor allem dank eines anziehenden Handelsgeschäfts um ein Viertel auf 10,4 Milliarden Euro. Dass die Sonderlasten am Ende zu verschmerzen waren, lag am starken Geschäft im Investmentbanking.

Weitere Neuigkeiten am Montag …

Fragen zu den Geschäftsergebnissen und der künftigen strategischen Ausrichtung der Deutschen Bank will das Management am Montag beantworten. Dann wird der Vorstand am Stammsitz in Frankfurt am Main auch den am Freitag festgelegten Kurswechsel eingehender erklären: Nach monatelangen Debatten hatten Aufsichtsrat und Vorstand beschlossen, dass die Deutsche Bank ihre Mehrheit an der Postbank aufgibt.

Von einer zwischenzeitlich diskutierten kompletten Abspaltung des Privatkundengeschäfts nahm das Management bereits Abstand. Stattdessen kündigte das Institut nun an, in das Privatkundengeschäft unter der Marke Deutsche Bank zu investieren.

qu/stu (rtr, dpa, afpe)