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Wirtschaft

Deutsche Bank: Ex-Chef zahlt

Ein einziges Interview kostet den früheren Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, jetzt 3,2 Millionen Euro. Nicht wenig - aber im Vergleich mit dem Schaden, den es seinerzeit angerichtet haben soll: Peanuts.

3,2 Millionen Euro aus privaten Mitteln wird Rolf Breuer an seinen früheren Arbeitgeber zahlen, teilte die Deutsche Bank mit. Es geht dabei um Äußerungen Breuers in einem Interview im Jahr 2002, durch den der Bank ein beträchtlicher Schaden entstanden ist.

Der damalige Chef der Deutschen Bank hatte damals die Kreditwürdigkeit des Medienunternehmens Kirch öffentlich angezweifelt. Zwei Monate später war die Kirch-Gruppe pleite. Firmengründer Leo Kirch machte Breuer sein Leben lang dafür verantwortlich. Der Medienunternehmer verklagte die Bank, es folgte ein jahrlanger Rechtsstreit.

Milliarden-Pleite

Die Deutsche Bank zahlte den Kirch-Erben schließlich vor zwei Jahren in einem Vergleich 925 Millionen Euro. Der Firmengründer starb 2011. Die Kirch-Gruppe war einer der größten Medienkonzerne Deutschlands. Unter anderem gehörten TV-Sender wie SAT1 und Pro Sieben oder der Bezahlsender Premiere World zu dem Verbund. In dem Insolvenzverfahren ging es schließlich um Forderungen von fünf Milliarden Euro.

Leo Kirch Medienunternehmer Kirch-Gruppe

Leo Kirch: Sah seinen Konzern in den Bankrott getrieben

Außer der jetzt bekannt gewordenen Zahlung wird die Deutsche Bank offenbar von der Managerversicherung ihres früheren Vorstandsvorsitzenden durch ein Konsortium um Zurich und die Allianz rund 90 Millionen Euro erhalten. Beide Vergleiche müssen noch von der Hauptversammlung der Bank im Mai abgesegnet werden. In der Einladung dazu heißt es, Breuer zahle "ohne Präjudiz oder Anerkennung einer Rechtspflicht". Er glaube weiterhin, seine Pflichten nicht verletzt zu haben.

Noch ein Verfahren

Für Breuer ist das Thema Kirch mit dem Vergleich aber noch nicht beendet. Der einstige Bankchef steht zusammen mit seinem Nachfolger Josef Ackermann, dem amtierenden Co-Chef Jürgen Fitschen und zwei weiteren Ex-Managern seit April 2015 vor Gericht. Alle haben nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft München versucht, die Wahrheit über die Pleite der Kirch-Gruppe zu verschleiern.

ar/bea (dpa, reuters, afp)

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