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Wirtschaft

Deutsche Bank enttäuscht Analysten trotz Milliardengewinn

Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal trotz eines Rekordergebnisses mit einem schwachen Handelsergebnis enttäuscht. Der Überschuss stieg zwar stärker als von Analysten erwartet. Dabei halfen jedoch Sondereffekte.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank Josef Ackermann spricht am 1. Juni 2006 bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank vor dem Firmenlogo.

Zu den neuen Zahlen äußert sich Josef Ackermann nur per Pressemitteilung

Wieder einmal hat die Deutsche Bank mit der Bilanz für die ersten neun Monate einen Rekordgewinn gemeldet. Unter dem Strich stand ein Überschuss von etwa 4,2 Milliarden Euro, wie die Deutsche Bank am Mittwoch (1.11.) in Frankfurt mitteilte. Damit habe der Gewinn bereits den des gesamten Jahres 2005 übertroffen. Der Gewinn nach Steuern sei zwischen Juli und September im Vergleich zum Vorjahresquartal um knapp 25 Prozent auf gut 1,2 Milliarden Euro geklettert.

Verkauf von Tafelsilber

Das Rekordergebnis verdankt die Deutsche Bank allerdings den Verkäufen von Anteilen an DaimlerChrysler und Linde sowie Versicherungszahlungen für die Terroranschläge vom 11. September 2001, die zusammen 554 Millionen Euro in die Kassen spülten.

Die guten Zahlen verdecken auch den überraschend starken Einbruch im Aktienhandel. Die Privatkunden hielten sich angesichts des Auf und Ab an der Börse spürbar zurück. Dagegen entwickelten sich die Erträge aus dem Kreditgeschäft besser als gedacht und konnten das Minus ausgleichen.

Ackermann-Aussage im Mannesmann-Prozess erwartet

Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann, der derzeit erneut im Düsseldorfer Mannesmann-Prozess als Angeklagter vor Gericht steht, blickt dennoch optimistisch auf das vierte Quartal. "Wir freuen uns, dass sich die Belebung der Geschäftsaktivitäten aus dem September im Oktober fortgesetzt hat", ließ der Manager in einer Pressemitteilung verkünden. "Die Auftragslage im Beratungsgeschäft bei Fusionen und Übernahmen ist vielversprechend. Die Weltfinanzmärkte sind in robuster Verfassung und auch die Kapitalmärkte der Schwellenländer haben sich wieder erholt", so Ackermann weiter.

Ackermann soll am Donnerstag (2.12.) vor dem Düsseldorfer Landgericht aussagen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 58-jährigen Schweizer schwere Untreue vor, er musste deshalb in der vergangenen Woche auf die Anklagebank zurückkehren.

Rechtsstreitigkeiten mit Enron-Aktionären

Im Zwischenbericht für die ersten neun Monate des Jahres teilt Deutschlands größtes Geldhaus ebenfalls mit, dass es sich im Zusammenhang mit dem Kollaps des US-Energiehändlers Enron vor fünf Jahren in mehr als zehn Rechtsstreitigkeiten befinde. Es gebe einige Sammelklagen von Enron-Aktionären. Hinzu kämen Schadensersatzforderungen wegen angeblicher Beihilfe zur Verletzung von Treuepflichten von Enron-Insidern und zum Betrug sowie andere Vorwürfe.

Enron hatte im Dezember 2001 Gläubigerschutz beantragt, nachdem bekannt geworden war, dass der US-Konzern Bilanzen geschönt und Milliarden Dollar an Schulden unter die Decke gekehrt hatte. In der Folge kam es zu Schadensersatzforderungen von Anlegern sowie Strafverfahren gegen das Unternehmen, das Management sowie involvierte Banken. In einem der spektakulärsten Wirtschaftsbetrugsprozesse der US-Geschichte ist der Exboss des einstigen Energieriesen Enron, Jeffrey Skilling, am 24. Oktober zu einer Gefängnisstrafe von 24 Jahren und vier Monaten verurteilt worden. (je)

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