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Wirtschaft

Deutsche Börse trotzt schlechten Vorgaben

Der DAX in Frankfurt verzeichnet nach hohen Anfangsverlusten nur noch ein geringes Minus. Grund sind gute Konjunkturdaten aus den USA. Zuvor hatte der Nikkei mit einem Verlust von mehr als elf Prozent geschlossen.

Börsenmakler in Frankfurt vor seinem Biuldschirm (Foto: AP)

Rauf, runter, rauf ... - Wie geht es weiter an der Börse?

Gestützt auf positive konjunkturelle Signale aus den USA hat sich der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag (16.10.2008) nach sehr schwachem Start bis zum Nachmittag wieder stabilisiert. Der DAX verzeichnete nur noch ein leichtes Minus von rund zwei Prozent. Am Morgen war der Index noch bis auf 4546 Punkte gefallen, was einem Minus von 6,48 Prozent entsprach.

Händlern zufolge bewegen den Markt nun hauptsächlich Rezessionssorgen. Die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA schürten aber die Hoffnung, dass es möglicherweise "doch nicht so schlimm kommt", sagte ein Aktienhändler. In den USA sank die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der abgelaufenen Woche stärker als erwartet. Zugleich blieben die Verbraucherpreise im September überraschend unverändert.

Eine ähnliche Entwicklung war an den Börsen in London und Paris zu beobachten. Allerdings stand beim britischen Index FTSE 100 und beim französischen CAC 40 am frühen Nachmittag immer noch jeweils ein Minus von rund drei Prozent zu Buche.

In Zürich konnten herbe Anfangsverluste ebenfalls teilweise aufgeholt werden. Der Swiss Marker Index (SMI) sackte in der ersten Stunde nach Handelsbeginn um knapp fünf Prozent ab, notierte aber im Verlauf nur noch knapp unter dem Stand vom Vorabend.

Deutlicher Abwärtstrend in Japan und den USA

In Tokio hatte der asiatische Leitindex Nikkei zuvor den größten Absturz seit zwei Jahrzehnten hinnehmen müssen. Der Nikkei-Index schloss in Tokio mit einem Minus von mehr als elf Prozent. Verkauft wurden vor allem Aktien von Unternehmen, die auf den Export angewiesen sind, wie Toyota, Sony und Canon.

Der japanische Ministerpräsident Taro Aso machte die USA für den neuerlichen Börsenabsturz verantwortlich. Der US-Rettungsplan für das Finanzsystem sei unzureichend, sagte der Regierungschef vor Abgeordneten in Tokio.

Fußgänger vor elektronischer Anzeigetafel mit Börsenkursen in Tokio (Foto: AP)

Gebannte Blicke auf die abstürzenden Aktienkurse in Japan

Der US-Leitindex Dow Jones war am Mittwoch um 7,9 Prozent auf 8577 Punkte abgesackt. Die Anleger befürchteten, dass die bisherigen Maßnahmen der Regierungen und Notenbanken zur Beilegung der Finanzkrise nicht ausreichen, um eine weltweite Rezession abzuwenden. Die Sorgen wurden durch skeptische Äußerungen von US-Notenbank-Chef Ben Bernanke über den Zustand der Wirtschaft und schwache US-Konjunkturdaten verstärkt.

Öl deutlich billiger

Die Preise für Öl und Industriemetalle gaben ebenfalls deutlich nach, da im Falle einer Rezession ein Nachfrageeinbruch erwartet wird. Das Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich zeitweise um vier Prozent auf 71,51 Dollar und kostete damit so viel wie zuletzt im September 2007. Mitte Juli hatte das Fass mit 147 Dollar ein Allzeithoch erreicht. (gri)

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