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Wirtschaft

Deutsche Autobauer fahren aus der Krise

Bislang haben sich die deutschen Autobauer mit ihren Erfolgen auf den Auslandsmärkten über Wasser halten können. Doch nun zieht auch der Absatz im Inland wieder an, sagt der Verband der Automobilindustrie.

Mitarbeiter von VW montieren in der Golf-Produktion in Wolfsburg einen VW Golf Plus (Foto: apn)

Auftragseingang und Auslastung erreichen Vorkrisenniveau

Die deutschen Autobauer sind schneller aus der Krise herausgefahren als erwartet. Für 2011 rechnet der Verband der Automobilindustrie bereits wieder mit neuen Rekordmarken beim Export und der Inlandsproduktion. "Der Inlandsmarkt ist auf Normalisierungskurs, die Neuzulassungen werden im kommenden Jahr auf 3,1 Millionen Einheiten steigen", sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) am Donnerstag (02.12.2010) in Berlin.

Der Weltautomobilmarkt wird im laufenden Jahr nach VDA-Schätzungen um acht Prozent auf knapp 60 Millionen Pkw zulegen und damit bereits wieder das Vorkrisenniveau überschreiten. Für 2011 rechnet der VDA mit einem weiteren Wachstum um acht Prozent auf rund 64,5 Millionen Einheiten. Und davon profitieren besonders die deutschen Autobauer: Sie steigerten ihre Exporte in diesem Jahr um 23 Prozent auf 4,2 Millionen Einheiten.

Risiken an Rohstoff- und Finanzmärkten

Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (Foto: dpa)

Verbandspräsident Wissmann: Inlandsmarkt auf Normalisierungskurs

Die deutschen Marken haben in wichtigen Regionen Marktanteile hinzu gewonnen, etwa in den USA. Dort konnten sie innerhalb von fünf Jahren ihren Marktanteil um durchschnittlich 0,5 Prozentpunkte pro Jahr auf 7,6 Prozent steigern. "Wir wachsen in den USA deutlich schneller als der Markt. Dies gilt auch für die neuen EU-Länder und Indien", so Wissmann. Die Kapazitätsauslastung der deutschen Automobilindustrie insgesamt, die im 2. Quartal 2009 auf 62 Prozent zurückgegangen war, nähert sich im vierten Quartal bereits wieder der Idealmarke von 85 Prozent.

Die deutschen Konzernmarken konnten ihren inländischen Marktanteil auf über 70 Prozent steigern, nachdem er 2009 auf 62 Prozent gesunken war. Für das Jahr 2011 erwartet Wissmann einen stabilen Aufwärtstrend. Allerdings gebe es keinen Anlass zu Jubelstürmen, denn es bestünden immer noch Risiken an den Rohstoff- und Finanzmärkten. Erfreulich sei, dass der gesamtwirtschaftliche Aufschwung auch beim privaten Konsum langsam Tritt fasse.

China wird Global Player

Ein Arbeiter reinigt das Firmenschild eines Volkswagen Autohauses in der Nähe von Shanghai (Foto: dpa)

China steigt zum drittgrößten Automobilmarkt der Welt auf

Die Gewichte auf dem Weltautomobilmarkt veränderten sich mit hoher Geschwindigkeit, sagte Wissmann weiter. So werde der Anteil Chinas am Weltautomobilmarkt innerhalb weniger Jahre auf knapp 20 Prozent steigen, während die USA und Westeuropa jeweils drei Prozentpunkte auf je ein Fünftel verlieren würden. Fast jeder fünfte Neuwagen, der im Jahr 2010 weltweit verkauft werde, werde in China abgesetzt. Wissmann: "Wir halten das hohe Tempo mit. Denn fast jeder fünfte Neuwagen in China zählt zu einer deutschen Konzernmarke." Dies unterstreiche eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit der deutschen Hersteller.

Das Wachstum der internationalen Märkte könne nicht allein durch Exporte bedient werden, notwendig sei auch die Fertigung vor Ort. Die deutschen Hersteller haben ihre Auslandsproduktion im Jahr 2010 um 17 Prozent erhöht. Gleichzeitig konnte die Beschäftigung im Inland mit rund 714.000 Mitarbeitern stabil gehalten werden. "Die Daumenregel gilt also weiterhin: Drei neue Arbeitsplätze im Ausland sichern oder schaffen einen Arbeitsplatz im Inland. Export und Präsenz in den Wachstumsregionen sind nicht ein entweder - oder, sondern ein sowohl als auch."

Auch bei der CO2-Reduzierung hätten die deutschen Hersteller Fortschritte gemacht, sagte Wissmann. In allen Fahrzeug-Segmenten, vom Kleinwagen bis zum Familienvan, hätten die deutschen Hersteller laut Kraftfahrtbundesamt in den ersten zehn Monaten des Jahres 2010 jeweils einen durchschnittlich niedrigeren CO2-Wert als die Importeure. Und in sechs von zehn Segmenten stellten die deutschen Marken jeweils das verbrauchsgünstigste Modell.

Autor: Rolf Wenkel
Redaktion: Monika Lohmüller

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