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Aktuell Welt

Deutsche aus dem Jemen geholt

Die Bundesregierung hat mehr als hundert Menschen - darunter überwiegend Deutsche - mit einer Chartermaschine aus dem umkämpften Jemen in Sicherheit gebracht. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes zeigte sich erleichtert.

Das Flugzeug einer jordanischen Airline sei von der Hauptstadt Sanaa gestartet und "wohlbehalten" im ostafrikanischen Dschibuti gelandet, hieß es in Berlin.

An Bord waren neben den Deutschen auch Bürger anderer Staaten, darunter viele EU-Bürger, sowie jemenitische Familienangehörige.

"Wir sind erleichtert, dass es unter schwierigsten Umständen gelungen ist, vielen Deutschen, EU-Staatsangehörigen und ihren Familien heute die sichere Ausreise aus dem Jemen zu ermöglichen", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes. Er dankte insbesondere den Regierungen von Saudi-Arabien, Dschibuti und Jordanien für ihre Unterstützung. Ob nun wirklich alle Deutschen aus dem Bürgerkriegsland in Sicherheit gebracht werden konnten, ließ der Sprecher offen.

Trotz Warnungen lange geblieben

Klar ist: Die deutsche Botschaft im Jemen war schon im Februar geschlossen worden. Eine Gruppe von bis zu 90 Deutschen war trotz der Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes noch nicht ausgereist. Von insgesamt 150 festsitzenden "Schutzbefohlenen" war die Rede, also Deutschen und ihren Angehörigen. Einige aus der Gruppe konnten schon vor Freitag das Land verlassen. Laut Medienberichten hatte sogar die Bundeswehr erwogen, die Deutschen auszufliegen, sollten sich keine zivilen Möglichkeiten auftun.

Der Flughafen in der Hauptstadt Sanaa wurde durch Luftangriffe beschädigt, der reguläre Betrieb ist eingestellt. Nur vereinzelt landen und starten Chartermaschinen, vor allem von Hilfsorganisationen. Das Land auf der arabischen Halbinsel wird von schweren Kämpfen erschüttert. Im Jemen kämpfen die schiitischen Huthi-Rebellen gegen Anhänger des aus dem Land geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärallianz bombardiert seit Wochen Stellungen und Waffenlager der Huthis.

Als Reaktion auf ihren Vormarsch hatte sich Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi zunächst aus Sanaa in die Hafenstadt Aden zurückgezogen. Von dort aus setzte er sich nach Saudi-Arabien ab.

haz/ sc (dpa, afp)