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Kriminalität in Nigeria

Deutsche Archäologen in Nigeria entführt

Die beiden Wissenschaftler wurden im Norden Nigerias verschleppt. Dies bestätigten örtliche Polizeibehörden gegenüber einheimischen Medien. Ob die Terrormiliz Boko Haram hinter der Verschleppung steckt, ist unklar.

Wie Zeugen berichten, griffen mit Gewehren und Macheten bewaffnete Männer die beiden Archäologen der Frankfurter Goethe-Universität in einem Dorf im Bundesstaat Kaduna aus dem Hinterhalt an.

Dort hatten die Wissenschaftler mit einem Team Ausgrabungen durchgeführt. Die Archäologen erforschten in der Gegend demnach in Zusammenarbeit mit örtlichen Experten Terrakotta-Figuren und andere Kunstgegenstände der Nok-Kultur. Die Polizei vor Ort teilte mit, dass die Wissenschaftler bereits seit zehn Jahren in der Gegend Grabungen durchführen. Ihnen sei Sicherheitspersonal angeboten worden, aber sie hätten stattdessen auf lokale Dorfbewohner als Begleiter zurückgegriffen.

Entführungen nicht ungewöhnlich

Zwei weibliche Mitglieder des Teams seien überraschenderweise verschont worden, so die Polizei. Nach Zeugenangaben schossen die Täter um sich, um eine Verfolgung zu verhindern. Dabei wurden zwei der Dorfbewohner, die als Sicherheitskräfte bei den Wissenschaftlern arbeiteten, erschossen.

Im Norden Nigerias sind bewaffnete Entführungen generell nicht selten. Vor allem die islamistische Terrormiliz Boko Haram sorgt dort in mehreren Regionen für Angst und Schrecken.

Boko-Haram-Flüchtlinge aus dem Norden Nigerias (DW/J.-P. Scholz/A. Kriesch)

Boko-Haram-Flüchtlinge aus dem Norden Nigerias

Streit unter Bauern

Der Vorfall ereignete sich nahe des Flughafens von Kaduna, der zurzeit als Inlandsflughafen genutzt wird, da der Flughafen von Abuja repariert wird. Internationale Fluggesellschaften haben angekündigt, den Landeplatz nicht anzufliegen. Hintergrund ist die mangelhafte Ausstattung der Flugpiste, aber auch die zunehmende Gewalt in der Region. Zuletzt hatte es immer wieder Auseinandersetzungen zwischen Bauern und Hirten um Land und Weiderechte gegeben. Dabei wurden mehr als 200 Menschen getötet.

cgn/kle (ape, afpe, kna)

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