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Kritische Reporter nicht erwünscht

Deutsche Übersetzerin in der Türkei inhaftiert

Türkische Spezialkräfte der Anti-Terroreinheit waren Ende April mit Gewalt in die Istanbuler Wohnung der 33-jährigen Mesale Tolu eingedrungen. Seit dem 6. Mai ist sie im Frauengefängnis der Stadt, wie nun bekannt wurde.

Ein Richter erließ gegen die deutsche Journalistin dem Vernehmen nach Haftbefehl wegen Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation. Mesale Tolu arbeitete als Übersetzerin für die sozialistisch orientierte ETHA Nachrichtenagentur und einen linksgerichteten Radiosender, den die Behörden kürzlich geschlossen haben. Über das Schicksal ihres zweieinhalbjährigen Sohnes, der sich ebenfalls in der Wohnung befand, als Anti-Terror-Einheiten diese stürmten, ist nichts bekannt.

Nach einem Bericht von tagesschau.de wurde Tolu im baden-württembergischen Ulm geboren und wuchs in dem Bundesland auch auf. 2007 bekam sie den Angaben zufolge die deutsche Staatsbürgerschaft. Ihren türkischen Pass habe sie daraufhin abgegeben.

Screenshot Twitteraccount der Journalistin Mesale Tolu (twitter.com/Mesale_Tolu)

EIn Screenshot vom Twitteraccount der Journalistin Mesale Tolu

Razzia gegen 16 kritische Journalisten

Das türkische Nachrichtenportal Diken berichtet, die Reporterin sei im Zuge einer Razzia gegen insgesamt 16 Personen festgenommen worden, die für ETHA und linke politische Organisationen arbeiten - offenbar vor den Protesten zum 1. Mai.

Die türkischen Behörden gehen rigoros gegen unbequeme Journalisten vor. Mindestens 145 Medienschaffende sind im Gefängnis, darunter der deutsch-türkische Korrespondent der Tageszeitung "Die Welt", Deniz Yücel. Ihm werden Terrorpropaganda und Volksverhetzung vorgeworfen. Er war im Februar festgenommen worden. 

Der türkische Minister für europäische Angelegenheiten, Omer Celik, erklärte am Donnerstag, die Türkei sei ein sicheres Land für ausländische Journalisten, die sich nicht an terroristischen Aktivitäten beteiligten.

se/fab (dpa, ard)

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