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Aktuell Europa

Deutsche Ärzte für Timoschenko?

Die Ukraine hat Deutschland offiziell darum gebeten, die frühere Regierungschefin Timoschenko behandeln zu lassen. Sie nimmt seit Freitag nach Angaben ihres Anwalts keine Nahrung mehr zu sich.

Julia Timoschenko im Gerichtssaal in Kiew (Archivfoto: epa)

Julia Timoschenko im Gerichtssaal in Kiew Archivbild

Julia Timoschenko war bereits Mitte April von ausländischen Ärzten in der Haft untersucht worden. Der Delegation gehörten auch der Chef der Berliner Klinik Charité, Karl Max Einhäupl, und der Leiter der Orthopädie, Norbert Haas, an. Die deutsche Regierung wurde nun nach Angaben des ukrainischen Außenministeriums um ihre Mithilfe gebeten, damit die Spezialisten der Berliner Charité ein weiteres Mal nach Kiew kämen.

Aus Protest gegen ihre Haftbedingungen war Timoschenko am Freitag nach Angaben ihres Anwalts in einen Hungerstreik getreten. Russland und die EU hatten sich daraufhin besorgt über den Zustand der ukrainischen Oppositionsführerin geäußert.

Bundesregierung zeigt sich sehr besorgt

Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte, die Bundesregierung sei "in tiefer Sorge" über den Gesundheitszustand der Politikerin. Diese Sorge gelte auch anderen Oppositionellen in ukrainischer Haft. Die Bundesregierung erwarte, dass Timoschenko und en anderen ehemaligen Kabinettsmitgliedern eine angemessene medizinische Behandlung zukommen.

Westerwelle betonte: "Das Angebot der Bundesregierung für eine medizinische Behandlung von Julia Timoschenko in Deutschland steht." Er habe dieses nochmals persönlich seinem ukrainischen Kollegen unterbreitet. Zur aktuellen Hilfsanfrage aus Kiew sagte der Minister, es werde geprüft, "ob und unter welchen Voraussetzungen" dies ein sinnvoller medizinischer Beitrag sein könne.

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Gespräch: Markus Löning zu Julia Timoschenko

Vorwurf der Gewaltanwendung

Die 51 Jahre alte Timoschenko wirft den Behörden nach Anhaben ihres Anwalts vor, sie unter Zwang aus dem Gefängnis in Charkiw in ein nahegelegenes Krankenhaus verlegt zu haben, um dort wegen ihrer starken Rückenschmerzen behandelt zu werden. Als sie sich geweigert habe, mitzukommen und sich von ukrainischen Ärzten untersuchen zu lassen, sei sie vom Gefängnispersonal geschlagen worden.

Timoschenko war im Oktober wegen Amtsmissbrauchs in ihrer Zeit als Ministerpräsidentin zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Grund war ein 2009 mit Russland geschlossenes Gasgeschäft mit Russland, das der Ukraine einen Schaden in Millionenhöhe beschert haben soll.

li/as/kle (afp, dapd)

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