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Fokus Südosteuropa

Deutsch-türkische Uni in den Startlöchern

In Istanbul wird eine deutsch-türkische Universität eröffnet. Wann der Unibetrieb losgehen soll und welche Studienfächer angeboten werden, erklärt Christian Bode vom Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD).

Porträt von Christian Bode Genralsekretär des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (Foto: DAAD)

Christian Bode vom DAAD setzt auf Internationalität

DW-WORLD: Wie ist der aktuelle Stand der Vorbereitungen zur Eröffnung der Deutsch-Türkischen Universität (DTU) in Istanbul?

Christan Bode: Auf der deutschen Seite stehen wir in den Startlöchern. Wir arbeiten schon längere Zeit an der Idee, seit mindestens zwei Jahren. Damals haben wir ein Regierungsabkommen unterzeichnet. Jetzt gibt es ein Gründungsgesetz. Da es eine staatliche türkische Universität mit deutscher Partnerschaft sein wird, warten wir darauf, dass die türkischen Partner den Gründungsrektor bestellen. Dieser Prozess ist im Gange. Wir hoffen auf schnelle Resultate, so dass auch die Gründungsdekane bestellt werden und dann haben wir sozusagen Partner, mit denen wir unsere inhaltlichen Vorstellungen besprechen können.

Welche Studienfächer und Schwerpunkte werden angeboten?

Unsere Vorstellungen haben wir in einem kleinen Memorandum niedergelegt. Es gibt aber auch schon konkrete Vorstellungen durch im Gründungsgesetz: Es soll Fakultäten geben für Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften und Kultur- und Geisteswissenschaften. Also fast die ganze Bandbreite eines möglichen universitären Angebots, wenn man mal von der Medizin absieht und sicherlich mit einem starken Gewicht auf den Ingenieurwissenschaften.

Wann werden die ersten Studenten mit dem Studium beginnen können?

Logo Deutscher Akademischer Austausch Dienst

Sommerschulen, Seminare und Workshops plant der DAAD bereits

Dies hängt davon ab, ob wir bald loslegen können. Eine Universität gründet man nicht von Mittwoch auf Donnerstag, aber es gibt gute Vorarbeit. Wir wollen auf jeden Fall mit vorbereitenden Sommerschulen, Seminaren, Workshops mit der Qualifizierung von Nachwuchsleuten beginnen. Das tun wir jetzt schon zum Teil. Wir werden sicher 2011 vorbereitende Deutschkurse anbieten, die zum Teil zum Lehrangebot dazugehören werden. Wenn alles gut geht, werden wir vielleicht im nächsten Wintersemester, in gut einem Jahr, mit den ersten Studiengängen anfangen können.

Ist die Uni vornehmlich auf türkische Studenten ausgerichtet?

Das ist eine staatliche türkische Universität und zunächst einmal für türkische Studierende. Aber sicher auch für solche, die in der Türkei auf deutschen Schulen waren oder Deutsch gelernt haben oder die in Deutschland einen Teil ihres Lebens verbracht haben. Aber es soll durchaus auch eine internationale Universität werden. Und das heißt: vor allen Dingen auch für deutsche Studierende. Die müssen nicht unbedingt ein ganzes Studium dort absolvieren, es wird auch Möglichkeiten geben für einen kürzeren Studienaustausch. Aber es soll durchaus auch eine Universität für Studierende aus anderen Ländern sein. Das gehört heutzutage zu einer Universität mit Qualität dazu.

Der Jurist Dr. Christian Bode íst seit dem 01. August 1990 Generalsekretär des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Bonn.

Interview: Deger Akal

Redaktion: Mirjana Dikic

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