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Deutschlehrer-Info

Deutsch als Minderheitensprache

Deutsch wird nicht nur in Deutschland oder Österreich gesprochen. Deutschsprachige Minderheiten leben überall auf der Welt. In Kiew haben jetzt Experten über die Geschichte und Erhaltung ihrer Sprache diskutiert.

„Die Sprache ist gleichsam die Seele einer ethnischen Kultur.“ Mit diesen Worten würdigte Hartmut Koschyk, Beauftragter der deutschen Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, die Bedeutung der Sprache für eine ethnische Minderheit. Auf der Konferenz „Deutsch als Minderheitensprache“ im Goethe-Institut Kiew betonte Koschyk, dass Sprache eine notwendige Bedingung zur Entwicklung und zum Fortbestand einer ethnokulturellen Identität sei.

Ausgehend von diesen Überlegungen beschäftigten sich internationale Experten Mitte Oktober in Kiew zwei Tage lang mit den Ursprüngen und den Perspektiven der deutschen Sprache außerhalb des deutschsprachigen Raumes. Dabei berücksichtigten sie neben rechtlichen und soziolinguistischen auch pädagogische Aspekte und diskutierten,was das Besondere am Sprachunterricht für eine deutschsprachige Minderheit ist.

Die Zahl der deutschen Muttersprachler in nicht deutschsprachigen Ländern wird allein für Europa inklusive Russland auf über 3 Millionen geschätzt. Hinzu kommen größere deutschsprachige Minderheiten zum Beispiel in Brasilien, den USA oder in Südafrika. Dabei hat Deutsch in manchen Ländern wie Belgien oder Italien den Status einer (regionalen) Amtssprache, in anderen Ländern wie Ungarn oder Rumänien ist es anerkannte Minderheitensprache. Besonders viele Deutschsprachige leben in Mittel- und Osteuropa.

Diskussionsteilnehmer auf Podium bei der Konferenz Deutsch als Minderheitensprache im Goethe-Institut Kiew

Diskussionsteilnehmer auf der Konferenz "Deutsch als Minderheitensprache"

Für die Ukraine geht man von 33.000 Angehörigen der deutschen Minderheit aus. Auf der Konferenz bestätigte der Rat der Deutschen in der Ukraine, dass auch für viele von ihnen die Sprache einen wesentlichen Bestandteil ihrer Identität darstelle. Und gerade in der jüngeren Generation steige das Interesse an guten Sprachkenntnissen. In den vom Rat unterstützten Sprachkursen sei aktuell die Hälfte aller Teilnehmer unter 30 Jahre alt.

Auf das ganze Land bezogen aber schwindet die Bedeutung der deutschen Sprache in der Ukraine. Vor allem in der Schule ist das Fach Englisch sehr viel populärer als Deutsch. Hartmut Koschyk betonte deshalb in seiner Rede, wie wichtig es sei, das Thema nicht aus einer nationalen, sondern aus einer europäischen Perspektive zu betrachten. Ziel müsse die Mehrsprachigkeit sein!

Dem hat sich die auch die europäische Kampagne „language diversity“ verschrieben, die auf der Tagung in Kiew vorgestellt wurde. Unter dem Motto „Zu Hause in der Region, stark in Europa, vielfältig in unseren Sprachen!“ will sie für die Thematik sensibilisieren und zum Sprachenlernen motivieren. Die Kampagne unterstützt Veranstaltungen aus dem Sport-, Kultur- und Jugendbereich und legt dabei besonderen Fokus darauf, die Anerkennung von Regional- und Minderheitensprachen zu steigern und damit zum Erhalt der sprachlichen Vielfalt Europas beizutragen. Die Kampagne wird gefördert von der Europäischen Kommission.

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