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Kultur

"Der Zahir" Paulo Coelhos neuer Roman

Esther, die Ehefrau eines bekannten Schriftstellers, verschwindet spurlos. Seine Suche nach ihr wird zur
Besessenheit und Esther in seinen Gedanken zu einem "Zahir", zu etwas, das nach Jorge Luís Borges (1899-1986) das Denken eines Menschen vollkommen ausfüllt - manchmal bis zum Wahnsinn. Der Weg zum Ziel ist nicht nur beschwerlich und schmerzhaft, sondern vor allem
"reinigend". Irgendwann interpretiert sich der Protagonist neu - und demzufolge auch sein bisheriges Leben. Der brasilianische Schriftsteller Paulo Coelho begibt sich in seinem neuesten Roman "Der Zahir" einmal mehr auf Sinnsuche und streift dabei Bereiche der Esoterik. Dass die Hautperson Züge Coelhos trägt, ist natürlich nicht
zufällig. Geschickt nimmt der Brasilianer dabei seine eigene Arbeit aufs Korn, gewährt dem Leser Einblick in die Entstehungsphase früherer Werke ("Auf dem Jakobsweg", "Handbuch des Kriegers des Lichts") und setzt sich augenzwinkernd mit der Kritik an seinen Erfolgsromanen auseinander. Im "Zahir" rechtfertigt er seinen Erfolg,
der von der Kritik oft auf reines Erfüllen eines simplen
Leseranspruchs reduziert wird, in dem er einen Journalisten zu der Erkenntnis bringt: "Wenn Sie nichts sind, Ihre Arbeit keine Auswirkung hat, dann verdienen Sie Lob. Aber wer aus der Mittelmäßigkeit ausbricht, wer Erfolg hat, fordert das Gesetz heraus und muss betraft werden."